Samstag, 1. Juli 2006
Gesund & rund

So. Seit sechs Monaten rauchfrei. Frage mich, ob sich im Umgangsdeutsch neben "Wohlstandsbauch" auch "Nichtraucherbauch" etablieren ließe.

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Donnerstag, 29. Juni 2006

Auch wenn Kachelmann & Konsorten mich beharrlich auf Starkregen konditionieren wollen, werd ich weiterhin Platzregen sagen.

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Nackte Kaiser und sonstige Obrigkeiten

Und für einen kleinen Moment hebt sich der Vorhang im sommerlichen Wind, nur ein wenig, und wir sehen die Herrscherin, geifernd, spuckend, vor ihr ein ergrauter, Versöhnlichkeiten flüsternder Ministerschnurrbart und dann knarsch die verbale Ohrfeige "Das ist mir scheißegal!".

Nicht, daß wir derlei nicht für möglich gehalten hätten. Aber ernüchternd ist es schon, wenn die Vielversprecherin vom letzten Sommer sich nicht einmal mehr schämt, wenn sie mit den Fingern im Marmeladentopf erwischt wird, sondern nur noch rüde rüpelt. Ist das jetzt die Schröderisierung der Merkel?

Ich vergaß: das heißt schon seit Jahrzehnten "Sachzwang".

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Mittwoch, 28. Juni 2006
Herr K. auf der Hure

Eine der breitesten Schleimspuren zieht derzeit der unsägliche Kerner, der sich selbst für einen Journalisten hält, hinter sich her. Nein, ich meine nicht seine Auftritte vor Pöbelhintergrund angelegentlich der WM, sondern sein Gebaren als Reklamefritze.

Sogar in seinem Haussender ZDF fand man Kerners Kundenfang für Air Berlin peinlich. Erst recht, wenn man bedenkt, daß Fluglinienchef Hunold zuvor als Gast in Kerners Quasselshow saß. Da allerdings wollten die Gebührenfunker "nicht den Hauch eines inhaltlichen Konflikts" erkennen, und auch der selbsternannte Journalist K. findet, er habe sich "bei der Werbung für Air Berlin ... absolut vertragsgemäß verhalten".

Na dann. Daß ein Verein, der sich wie ein Parasit an zwangsbeigetriebenen Gebühren gütlich tut, ohnehin von weitestgehender Schmerzfreiheit geprägt ist, kann nicht verwundern. Die Kollegen der ARD haben schließlich auch jahrelang schleichgeworben.

Aber hier erreicht die Schamlosigkeit ein neues Ausmaß. Wie beim Pfaffen, den man in flagranti auf der Hure erwischt und der frech behauptet, er führe ja nur ein Beichtgespräch.

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Gelegenheit mach Diebe

Nachdem klar war, daß die deutsche Manschaft am Freitag im Viertelfinale gegen Argentinien kickt, wurden die Reformgiganten in Berlin beim Thema Gesundheitsreform wieder ein wenig mutiger & konkreter, und heraus kam, o Wunder: eine Steuererhöhung! Damit hätte nun wirklich kein Mensch gerechnet!

Wenn die Klinsmannen weiter gut spielen, werden wir am 10. Juli ohne jede Krankenversicherung aufwachen. Vielleicht auch ohne Ullala Schmidt. Oder ohne große Koalition.

Fragt sich nur, was jetzt das größere Übel ist.

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Montag, 26. Juni 2006
Gute Pferde springen knapp.


Motto, verschiedentlich anwendbar.

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Sonntag, 25. Juni 2006
Im Regen

Das Gnädige an natürlichen Vorgängen ist, daß sie sich stets mit Ankündigung ereignen. Bevor ein Gewitter herunterkommt, ist es erst drückend bis zur Atemnot; dann, unmittelbar bevor es losgeht, wird es pechschwarz.

Die Allianz-Angestellten haben dieses Glück nicht. Sie trifft der Blitz aus heiterem Himmel, ohne Vorbereitung. Der Regen, in dem sie nun stehen, war auch nicht zu erahnen.


Nach dem Regen

Ganz anders im Garten: schnell ist alles vorbei, und in der angenehmen, erfrischenden Luft recken nicht nur die Rosen hoffnungsvolle Knospen in den Himmel. Die Natur ist nicht halb so grausam wie die Welt der Menschen.

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Freitag, 23. Juni 2006

Manchmal werde ich durch die skurrilsten Details daran erinnert, einstmalen ein humanistisches Gymnasium besucht zu haben:

Jedesmal, wenn in einem Text das Wort angenommen erscheint, lese ich grundsätzlich und ausnahmslos Agamemnon.

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Donnerstag, 22. Juni 2006
Auf dem Weg zum Titel (III): Die Horde

Kerner an sich verursacht ja schon Augen- und Hirnkrebs, und der Klopp und der gegelte Zwerg aus der Schwyz machen die Sache nicht unbedingt besser. Aber das absolut peinlichste ist das sog. Publikum. Genauer gesagt, diese grölende Ork-Horde, die ohne irgendeinen erkennbaren Grund aufblasbare Riesendildos aneinanderschlägt und dem Zuschauer das Gefühl verleiht, einer Nachmittagsshow im Unterschichtfernsehen beizuwohnen ("Nur sechs Zähne, aber 12 Kinder").


ZDF-Publikum (Abbildung ähnlich)

Es ist wie in dem Witz mit dem Rabbi und dem Ziegenbock: erst jetzt wissen wir, was wir an Netzer/Dellinger haben.

EDIT: Dazu auch eine sehr schöne Betrachtung in der SZ.

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