Montag, 29. Mai 2017
Man soll die Christenverfolgung in islamischen Ländern nicht dramatisieren", "Es ist nicht unbedingt hilfreich immer wieder zu sagen, dass Christen verfolgt werden“, "Wir können vom Islam Gastfreundschaft und Toleranz lernen", "der Islam ist Kitt der Gesellschaft", "Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht", "Es braucht noch viel theologische Arbeit, um die Bilder auszurotten, dass nach der Bibel Mann und Frau füreinander geschaffen wurden" ...

Ich bin ja von der EKD-Kirchentagslyrik so einiges gewöhnt und nur noch schwer zu erschrecken, aber nach diesem Wochenende frage ich mich doch, ob sie in Berlin irgendwas im Trinkwasser haben.




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Donnerstag, 25. Mai 2017
Kirchentag?
Klavierkabarett in Reimkultur. Tanzworkshop klassisch indisch bis Bollywood. Coming-out-Workshop für lesbische Frauen und Mädchen." "Speeddating".

Wieso eigentlich heißt das Ding "Evangelischer Kirchentag"? Das ist der alle zwei Jahre veranstaltete Almauftrieb des linksliberalen Juste Milieu, das sich eine Pause vom Sozialpädagogik-Seminar gönnt und sich in schönster Pharisäer-Manier*) bescheinigt, zu den Guten und Rechtschaffenden - "tolerant, vielfältig und solidarisch" - zu gehören und vor Abscheu über verstockte Schwefelbuben von rechts das Näschen kraust. Nicht mal richtig kirchlich sind sie, dann hätten sie wenigstens Weihrauch.

Über alles können esoterische Betroffenheitslyriker wie Käßmann oder Bedford-Strohm reden, solange es politisch ist. Klima, Asyl, Wirtschaft, Gender, die Gurkenpreise, aber selten bis nie über Gott, Jesus, Kirche. Die Kirchentags-Säle sind brechend voll, aber die Kirchen bleiben sonntags trotzdem leer. Von all den schönen Kirchentags-"Impulsen" kommt nichts in den Gemeinden an, das sind völlig getrennte Welten. Beim Kirchentag treten gern auch hochmögende Politiker auf, diesmal hat es mit Obama sogar einen Ersatz/Ex-Messias, der den immer ausgezehrteren Kirchenorganisationen zu mehr Relevanz verhelfen sollen. Nur verschafft das Anschmiegen an den Zeitgeist, das Nachbeten schon sattsam bekannter Floskeln und Textbausteine keine Bedeutung, nicht politisch (da ist der Markt an Gouvernanten schon überfüllt genug), schon gar nicht religiös.

Wieviele Menschen wohl wegen der kirchenoffiziellen Beliebigkeitssuada in ihrer Gemeinde um Kircheneintritt nachsuchen? Die Zahl der massenhaften Kirchenaustritte jedenfalls wird durch derlei Verrenkungen nicht kleiner.

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*) "Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner da." Lk 18,11




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Samstag, 13. Mai 2017
Chulz



Auf Weg zum Bäcker begegnete mir heute ein großes Plakat. "Schulz, bist du es?" entfuhr es mir unwillkürlich. Dann genauer hingeguckt. Achso, mit Piercing.

Andererseits, der Bezug zu Hep C ist jetzt auch nichts, das sich nicht als Schulz-Assoziation anböte...




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Donnerstag, 9. März 2017
Das Kreuz mit dem Kreuz

In Erfurt soll eine Moschee errichtet werden, nicht alle sind damit einverstanden. Ein kleines Grüppchen Moscheegegner errichtete jetzt auf dem vorgesehenen Baugrundstück ein großes Holzkreuz, das wiederholt in der Nacht beschädigt wurde.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, nach eigenen Angaben praktizierender Katholik, reagierte auf diese Aktion sehr erbost und äußerte auf seinem regelmäßig bespielten Twitter-Profil so:

"Kreuzzüge, Hakenkreuze oder Ku-Klux-Klan - die Traditionslinien sind erkennbar. Mit Glauben und Religion hat das nichts zu tun! #Rassismus"

Man kann zur Holzkreuzaktion in Erfurt jetzt stehen, wie man will, aber der Thüringer Landesvater läßt - als Christ! - doch einige Wissenslücken erkennen. Denn eigentlich könnte einem eine andere Kreuzaufrichtung als viel naheliegender in den Sinn kommen, die so gar nicht mit Nazis, sinistren KKK-Gestalten oder Kreuzfahrern zu tun hatte:
Ich rede von der polnischen Stadt Nowa Huta in der Nähe von Krakau. Dort hatte die sozialistische Regierung Polens nach dem Krieg eine ganze Stadt um ein Eisenhüttenkombinat aus dem Boden stampfen lassen, aber ohne eine einzige Kirche für die 200.000 Einwohner einzuplanen.
Das seien nur "bürgerliche Relikte, auf die der Arbeiter im Sozialismus gerne verzichten kann", erklärte die Krakauer Parteileitung damals auf Vorhaltungen geringschätzig.
Doch die Mehrheit der Hüttenarbeiter von Nowa Huta war da ganz anderer Meinung: 1956 errichteten sie auf freiem Feld ein riesiges Holzkreuz, unter dem Priester aus Krakau regelmäßig Gottesdienst abhielten.
Als die Regierungskommunisten im Herbst 1960 Bautrupps anfahren ließ, um das Kreuz zu fällen und den illegalen Kirchplatz für den Bau einer Schule zu planieren, kam es zum Volksaufruhr: Polizisten schossen auf Arbeiter, das Kreuz aber blieb.
Auch der damalige Erzbischof von Krakau Karol Wojtyła hielt auf dem Platz regelmäßig Gottesdienste ab und setzte mit hartnäckiger Sturheit ab 1965 sogar den Bau einer katholischen Kirche durch, die nach zahlreichen Materialspenden von Menschen aus ganz Polen und sogar von Papst Paul VI. 1977 geweiht werden konnte.

DAS ist der historische Kontext, von dem ich mir vorstellen kann, daß er dem einen oder anderen in den neuen Ländern noch geläufig ist.




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Donnerstag, 19. Januar 2017
Uni ohne Arndt

Wenn ein älteres Stück Architektur oder anderes Zeugnis der bildenden Kunst zum Restaurator muß, erhebt sich immer die Frage, ob in späteren Zeiten hinzugefügte Zusätze wieder entfernt werden sollen. Meistens sehen die zuständigen Kuratoren und Kunsthistoriker von solch drastischen Maßnahmen ab. Sie argumentieren, solche Veränderungen würden zur Wirkungsgeschichte eines Kunstwerks gehören und eine noch spätere Epoche habe nicht das Recht, ihren Standpunkt absolut zu setzen und auf dieser Grundlage in den Bestand des Werkes irreversibel einzugreifen.

Von diesem schönen, weil bescheidenen Gedanken scheint der Senat der Universität Greifswald nicht berührt worden zu sein. Gestern sprach das Gremium der bis dato mit dem Namenszusatz "Ernst-Moritz-Arndt" versehenen Uni die damnatio memoriae über den Dichter aus. Er sei ein arger Nationalist gewesen und tauge daher nicht für einen "weltoffenen Universitätsgedanken".

Daß Arndt ein Kind seiner Zeit war und seinen dichterischen Zorn nach Besatzungserfahrungen mit napoleonische Truppen entflammen ließ - wen interessiert das noch? Jedenfalls nicht die Greifswalder Tugendbolde, die sich im Besitze der alleinseligmachenden Wahrheit wähnen.




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Sonntag, 25. Dezember 2016


"Eγενετο δε εν ταις ἡμεραις εκειναις εξηλθεν δογμα παρα καισαρος αυγουστου απογραφεσθαι πασαν την οικουμενην. αὑτη απογραφη πρωτη εγενετο ἡγεμονευοντος της συριας κυρηνιου. και επορευοντο παντες απογραφεσθαι, ἑκαστος εις την ἑαυτου πολιν..."

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."



Euch allen ein frohes Fest!




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Dienstag, 13. Dezember 2016
Ex oriente Hack

Allgemeine Russen-Hacker-Hysterie. Der böse Putin hat die sozialen Netzwerke gehackt und dem noch böseren Trump auf dem Thron geholfen. Sagt die CIA. Und schon laufen hierzulande die üblichen Verdächtigen schwanzwedelnd zu großer Form auf und raunen etwas von einer russischen Bedrohung für die kommenden Bundestagswahlen.

Da ist dieses Motiv in der Tat ein Evergreen:





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