Montag, 16. Oktober 2006

An welchem Punkt auf dem Wege vom Kind zur Frau eine ist, läßt sich nicht zuletzt anhand olphaktorischer Kriterien entscheiden: welcher Duft umgibt sie? Riecht sie noch eher nach Kaugummi oder schon nach Parfum?

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Sonntag, 15. Oktober 2006

Gärten der Kindheit, die wir ohne weiteres durchstreifen durften, weil wir die Besitzer oder deren Kinder kannten oder weil niemand etwas gegen Kinder hatte. Und wenn es doch verboten war, hat es uns auch nicht gekümmert, es galt dann eben nur, ein bißchen schneller zu sein als sonst. Mehr als einmal kam uns ein erzürnter Obstbauer mit erhobenem Spaten hinterher und wehe dem dann, der nicht zu entweichen vermochte. Wie die Heuschrecken fielen wir über liebevoll gezüchtetes Obst her, verdarben uns den Magen mit Unmengen von Erdbeeren und später dann mit Birnen und Äpfeln und Kirschen und Brombeeren und noch später mit wunderbar süßen Pflaumen. Besondere Verfeinerungen wie etwaige Versionen als Kuchen oder mit Schlagsahne waren überflüssig und unbeliebt, weil dem sofortigen Genuß entgegenstehend. Wir aßen wie im Paradies direkt von Strauch und Baum. Und abends war uns schlecht.

Jetzt, heute, ist alles von Zäunen und Mauern unüberwindlich hoch umschlossen und mit Gittertoren versperrt, daß nicht einmal mehr ein Blick hinein möglich geblieben ist. Und überall ist ein Schweigen, obwohl der Winter noch nicht angefangen hat. Aber in den Einfahrten lauern fett und bösartig glotzend die obligatorischen Geländewagen-Mastodonten.

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Samstag, 14. Oktober 2006
Das tote Kind im Kühlschrank

Durch die bremische Verwaltung ist ja vor gar nicht so langer Zeit der Roland Berger bzw. seine Unternehmensberatungskretins mit der Sense durchgelaufen. Trotzdem streiten verantwortliche Stellen jetzt jeden Zusammenhang mit etwaig erfolgten Sparmaßnahmen ab. Latürnich. Denn Sparsamkeit und Effizienz sind heute die Götter, vor denen wir uns tagtäglich im Staub zu wälzen haben.

Man sollte die ganze Bande wegen fahrlässiger Tötung anklagen.

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Freitag, 13. Oktober 2006

Interessantes Wetter: eben öffnet sich am Himmel eine Subraumspalte.

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Analphabeten

Genau das sind sie, die Reklamefritzen von Edelman mit ihrer drolligen Imitation eines Blogrankings. Der Große Oberboß kann alpha nicht von beta unterscheiden ("One amendment to my previous post on the Edelman Technorati lists. These lists are in beta"). Die deutsche Unterbossin Kunze ließ sich noch auf dem Medienforum NRW auf einem Panel zum Thema Blogs lang und ungemein verständig aus, bis sie jemand mit der Frage stummschaltete, wie lange sie denn selbst schon blogge.

Naja, das sind eben PR-Nasen. Die haben schon per definitionem keine tiefere Ahnung von dem Geschäft, für das sie Reklame machen. Egal von welchem. Nur fällt das nicht immer so schön deutlich auf wie derzeit.


Ich aber falte andächtig meine Hände und danke dem Herrn, weder Alpha- noch Betablogger zu sein.

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Donnerstag, 12. Oktober 2006
Wes´ Brot ich eß...

Sagt der (notabene Bundestagsabgeordnete, also Volksvertreter) Merz, daß er ungefähr die Hälfte der Zeit für seine Tätigkeit als Anwalt und in Aufsichtsräten benötige.

Sagt der Verfassungsrichter, die Abgeordneten hätten ein „pflichtgebundenes“ Mandat. Dazu gehöre auch die Pflicht zur „vollen Hingabe“ an ihr Amt.


Der Merz wird sich noch auf ein paar weitere Ohrfeigen einstellen müssen.

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Bahnreform

Die Bahn erhöht mal wieder die Preise. Da kann ich dann demnächst am Schalter fragen:

"Was kosten jetzt zwei Verspätungen erster Klasse?"

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Mittwoch, 11. Oktober 2006
Und wer kauft jetzt Facebook?

Google kauft Facebook. Jedenfalls, wenn das da stimmt:

GOOG is looking at Facebook at a 2.3bil price. This could be a total joke on their part, but the source is solid.

Die Blasendichte steigt.


[Via]

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Dienstag, 10. Oktober 2006
Zeitenwende

Google kauft Youtube. Zeit, sich umzustellen, meint Ix:

"ein guter tag um alle zeitungsabos zu kündigen, den fernseher vor der gez-zentrale zu entsorgen und sich nen breitbandanschluss zu besorgen."

Ich denke, in ein paar Jahren wird bei den großen TV-Sendern nur noch Heulen und Zähneklappern sein.

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Massenandrang im Tiefkeller

Ab und zu ereilen mich Momente der Erkenntnis bzw. die Bestätigung derselben, nicht zu den bevorzugten Zielgruppen des Unterschichtfernsehder Medien- und Werbefritzen zu gehören. Zunächst: Einem Eintrag bei Thomas Knüwer entnehme ich erst einmal die Information über die Existenz eines "digitalen Pay-TV-Kanals Sat.1 Comedy". Sapperlot. Nie gehört. Und dann es gibt anscheinend genug völlig enthirnte und an der Glotz' festgelötete Zeitgenossen, denen die freitäglichen Darbietungen des Senders nicht ausreichen. Wofür sonst der Aufwand für einen gesonderten und kostenpflichtigen (!) Spartenkanal?

Jetzt sind sie offensichtlich nicht nur "lustig", sondern auch "trendy", drum gehört da jetzt auch ein Blog dazu. Was genau, habe ich nicht verstanden, irgendsowas wie ein virtuelles Dschungelcamp zum Lachen auf Kommando. Also, auch online.

Die Resonanz wird sicher gewaltig sein.

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