Aus dem aktuellen Wetterbericht: "Die Hitzewelle verschärft sich bis Donnerstag weiter, denn viele Sonnenstunden lassen in Kombination mit subtropischer Warmluft die Temperatur verbreitet auf 30 bis 37 Grad steigen."

(c) Vic Harville, Little Rock, Arkansas 2006
Dinge, die so vollständig und umfassend der gesellschaftlichen Verachtung anheimgefallen sind, daß ihre Verwendung schon wieder zu einem Akt avantgardistischer Provokation gerät.
Beispiel: Gartenzwerge.
Sommer vorbei?
Ich bin ja immer noch baß erstaunt, wie selbstverständlich es alle Welt findet, den vormaligen Schmiergeldlügner Franz Josef Jung (damals noch in Kochs Diensten) nunmehr als Verteidigungsminister amtieren zu sehen. Gut, der Glos ist als Wirtschaftsminister auch eine Fehlbesetzung, aber der tut niemandem weh. Schlimmer ist da schon der Jung, der ja gerade erst ganz begeistert in den Kongo marschieren läßt, weil die Soldaten dort ihr Leben für vitale deutsche Interessen riskieren, wofür denn sonst?! Aber eine Abenteuerreise im Jahr scheint zu wenig/langweilig zu sein, denn nun soll es auch mitten ins israelisch-libanesische Krisengebiet gehen.
Dolle Idee. Ohne robustes Mandat macht das keinen Sinn, und dann möchte ich unsere Mannen mal beim Hisbollah-Entwaffnen sehen. Sie können ja ihre Kollegen in Afghanistan fragen, wie das geht, die sind am Hindukusch ja ebenfalls wahn-sin-nig erfolgreich. Und auch die Amerikaner erzählen sicher gerne über ihre Erfahrungen über die asymmetrische Bekämpfung von Terroristen mit einer High-Tech-Armee, von der Kleinigkeit des nation building mal ganz abgesehen. Denn das Verzwickte ist ja nicht zuletzt, daß die Hisbollah die einzige Organisation ist, die sich um die sozialen Belange der verarmten, schiitischen Unterschichtbevölkerung kümmert und sich aus diesem Grunde großer Popularität erfreut.
Ich bin ja nun wahrlich kein Isolationist, aber könnten die Herrschaften in Berlin gelegentlich mal einen Gedanken auf die Definition des Bgriffs "deutsche Interessen" verschwenden?
Norbert Röttgen bleibt also, was er ist, MdB und Parlamentarischer Geschäftsführer für die CDU, weil sich Parlamentstätgkeit und Chef-Lobbyismus (als BDI-Boß) nicht vertragen.
Aha. Mir kommen die Tränen.
An den Gewerkschaftsbossen im Bundestag hat sich jahrelang keiner gestört wie auch an den sonstigen, hm, Interessenvertretern wie Lehrern oder Anwälten. Es ist kein Zufall, daß sowohl das imperative als auch das freie Mandat bis heute verpönt sind. Wo kämen wir dahin? Alles regelt der Fraktionszwang und dieses System produziert dann Gestalten wie Friedrich Merz, der zweifellos ein kluger Kopf ist, aber gleichzeitig seine moralische Verluderung demonstriert, wenn er sein Mandat für einen Nebenjob und Nachfragen nach den Quellen seiner Einkünfte für unverschämt hält.
Lobbyismus sollte als Straftatbestand ein eigenes Kapitel im StGB erhalten.
So. Heute also eröffnet in Schwerin die ominöse Breker-Schau. Es wurde sich ja bereits hinlänglich aufgeregt, man biete hier einem hochbezahlten und hochverwickelten NS-Künstler eine unzeitgemäße Plattform, man müsse viel mehr auf Brekers Verstrickungen in braunen Zeiten hinweisen usw usw.
Alles richtig.
Aber was ich ein wenig vermisse, ist der Hinweis darauf, daß der Mann nicht zuletzt ein schlechter Künstler war. Seine "Werke" können ja teilweise noch heute in freier Wildbahn besichtigt werden (z.B. vorm Berliner Olympiastadion). Und sie bestehen hauptsächlich aus ins Gigantomanische aufgeblasenen Muskelklöpsen, die mit zumeist etwas blödem Gesichtsausdruck (früher nannte man das "mutig" oder "entschlossen") aus blindem Marmorauge glotzen. Steinerne Mastodonten, die die Barbarei, den Krieg, den Tod feiern. Deformierte Sportlerfiguren, die das kleine Köpfchen offensichtlich nur noch als Medaillenbefestigung benötigen.
Das ist ganz einfach grauenhafter Monsterkitsch eines Kleinbürgers, der seine dürftigen Schuljungen-Phantasien über den Klassizismus endlich realisieren durfte (Keine Ahnung, was den Grass dazu treibt, den Breker toll zu finden. Alterssenilität?). Insofern stellt Breker bzw. sein Werk die idealtypische Verbildlichung der NS-"Kultur" dar, die große Künstler wie Mann, Brecht, Feuchtwanger, Zuckmayer, Hindemith, Klemperer, Schwitters ins Exil trieb und als einziges Qualitätskriterium die Größe kannte. Naja. Im Porneaux-Geschäft ist das noch heute so.
Aus gegebenem Anlaß hier ein besonder Dienst an meinen verehrten Lesern: einfach mit dem Gesicht ein bißchen näher an den Bildschirm und schon kommt die Erfrischung!










Heute morgen beim Brötchenholen kurz auf die beim Bäcker ausliegende BLÖD-Zeitung geschaut und festgestellt, daß selbst die Klopapierproduzenten aus Hamburg gerade Sommerloch haben. Dicke Headline "Kühlt der Mars die Erde nicht mehr?" oder so ähnlich.
Astrologischer Mumpitz wie das tägliche Horoskop ist ja schon dämlich genug, aber den Mars, der immer noch wärmer als seine Umgebung und zig Millionen km entfernt ist, als Klimaanlage für die Erde zu verkaufen... anscheinend hat auch BLÖD blöde Praktis, die jetzt mal randürfen.

Und das im Schatten, verehrtes Publikum!
Jeden Tag so fünf bis zehn Grad wegnehmen und für die Tage aufsparen, an denen man es gerne ein bißchen wärmer hätte, z.B. im November, wenn uns das Wetter wieder mit Graupelschauern und gefrierendem Regen erfreut. Blöde Idee, ich weiß. Aber ich finde, mit Charme.
Beförderung bereits vor Dienstantritt. Ob das der Ulrich Reitz schon weiß?
"(...) die bekannte deutsche Bloggerin Lyssa und zukünftige Chefredakteurin in der WAZ-Mediengruppe."...sagt Wikipedia.
[Via]
Wie eine trächtige Kuh liegt das Land, die Felder haben zu tun, die Engerlinge auch, die Stare auch; die Vogelscheuchen scheuchen, daß die ältesten Vögel nicht aus dem Lachen herauskommen, die Ochsen schwitzen, die Traktoren machen Muh, eine ungeheure Tätigkeit hat rings sich aufgetan; nachts, wenn die Nebel steigen, wirtschaftet es noch im Bauch der Erde, das ganze Land dampft vor Arbeit, es wächst, begattet sich, jungt, Säfte steigen auf und ab, die Stuten brüten, Kühe sitzen auf ihren Eiern, die Enten bringen lebendige Junge zur Welt: kleine piepsende Wolleballen, der Hahn ? der Hahn, das Aas, ist so recht das Symbol des Sommers! Er preist seinen Tritt an, das göttliche Elixier, er ist das Zeichen der Fruchtbarkeit, hast du das gesehn? und macht demgemäß einen mordsmäßigen Krach ... der Sommer ??
Aus: Kurt Tucholsky, Die Fünfte Jahreszeit
