Das Wochenende steht vor der Tür und mit ihm wieder so mancher Kulturtermin. Bei aller Freude an korrekter Kleidung wird um die Beachtung folgenden Sachverhalts gebeten: Zu eng gebundene Krawatten erhöhen deutlich das Risiko, an grünem Star zu erkranken. Grund: Fest gezurrte Knoten erhöhen den Augeninnendruck.
Man stelle sich vor:
1938. Ein soeben durch "Arisierung" um sein Vermögen gebrachter deutscher Jude sucht in England um Asyl nach. Die Behörden verweigern es ihm mit der Begründung, er käme ja aus Nazi-Deutschland, sei also mit großer Wahrscheinlichkeit selbst ein Nazi und daher ein Sicherheitsrisiko.
Klingt idiotisch?
Stimmt. Aber nichts anderes macht der sozialdemokratische (!) Innensenator Ehrhart Körting, wenn er mit analoger Begründung libanesische Flüchtlinge nicht nach Berlin lassen will.
"Niemand bei uns kann ein Interesse daran haben, sich Sympathisanten oder potenzielle Terroristen der Hisbollah ins Land zu holen."
Aus der Sammlung "Wer denkt, der Tiefpunkt auf der nach unten offenen Skala der Instinktlosigkeiten sei erreicht, der irrt".
Der vierte Tag unter 25°. Überlege, mir Kältefrei zu nehmen.
Haben der Herr Olmert von Israel und George Dabbelju von Usaland denselben PR-Trainer? Erst der Dabbelju mit seinem verlogenen "Mission accomplished" auf'm Flugzeugträger (Motto: Big boys, big toys) und jetzt gerade in der Glotz' der Herr Olmert, der erzählt, die drei Wochen Bombardement seien geprägt von "beispiellosen Erfolgen".
Naja. Wenn man Hunderte von Ziviltoten, eine Umweltkatastrophe (schon jetzt sind an der Küste mehr Öl ins Meer gelaufen als seinerzeit bei der Exxon Valdez) und eine nicht entwaffnete Hisbollah, deren Ruhm in der gesamten arabischen (d.h., auch sunnitischen!) Welt heller denn je strahlt und überhaupt den Satz "viel Feind, viel Ehr" als Handlungsvorgabe ansieht: dann hat er recht, der Herr Olmert.

Heut' ist Schweizertag!
Der KPMGler sitzt mir gegenüber. Ich blicke in den Aschenbecher und sage "Sechs Zigaretten in drei Stunden... nicht schlecht." Er macht ein erstauntes Gesicht. "Auf den Tag hochgerechnet sind das ja fast 50 Stück", setze ich nach. Der KPMGler nickt, lacht, erst dann stutzt er: "Moment...".
Jetzt weiß ich, auf welche Art und Weise die ihre Testate machen.
Wenn ich wirklich alles & jedes erledigt habe, was zu tun ist, auch die unangenehmen Dinge (Steuerklärung, Unkraut jäten usw) und mir nichts mehr einfällt, als an alten Socken zu riechen, dann vielleicht überlege ich mal, ob ich eventuell auf dieses rasend verführerische Angebot eingehen könnte (Screenshot):

Bis dahin aber muß Apostolos Gerasoulis, der "Executive Vice President of Search Technology" ("Vice"? Wieso "Vice"?!) alleine in der Nase bohren.
Und jetzt setz' ich mich in den Garten.
Don Alphonso und Peter Turi mögen sich nicht.
Na und? mag man sich fragen, mir doch wurscht, der eine ein begnadeter Raufbold in bester bajuwarischer Tradition, der andere ein zwangsoptimistischer Webzwonull-Dauergrinser... daß die nicht heiraten werden, wen wundert´s.
Aber wenn Kollege Turi anjetzo völlig die Contenance verliert und sich für billige Häme und Hetze hergibt, dann ist das ein journalistischer Offenbarungseid erster Klasse. Wäre ich jetzt so bösartig wie der Herr Turi, würde ich anfügen, "den hat er ja gar nicht mehr nötig gehabt".
Aber ich bin ja nur ein lebensfroher Rheinländer.

Gerade eben noch ein kühles Bad genommen und jetzt sitze ich hier und frage mich, wieso ich mich eben überhaupt abgetrocknet habe und gerade erzählt der Wetterfrosch im Ersten für morgen was von schwüler Luft und 38°C.
38°C!
Da kann man dann hier im Rheintal noch gut und gerne ein bis zwei Grad drauflegen... So langsam werde sogar ich nölig. Und das mit dem Wärmekonto halte ich immer noch für eine gute Idee, jawoll.
Daß Nazis nicht totzukriegen sind, kann der geneigte Leser einem Kommentar in "Davids Medienkritik" entnehmen. Über Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung findet sich dort folgendes Statement (die darauf verlinkenden Muppet-Puppen haben klugerweise die Kommentare abgeschaltet):
"Selten findet man einen Menschen, dessen Physiognomie so auskunftsfreudig seinen Seelenzustand beschreibt."
Dies als richtungsweisende Ouvertüre zu Beginn eines langen Beitrages, der sich einem Artikel Prantls über die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten widmet. Sehr aufschlußreich. Schon zu braunen Zeiten meinte man, am Aussehen das allfällig kriminelle Innere eines Menschen erkennen zu können.
Langsam wäre es wirklich an der Zeit, für Klein-Bloggersdorf einen hauptamtlichen Müllmann einzustellen. Er hätte zu tun.
