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Mittwoch, 24. Mai 2006
Medienforum

Heute dann kurz entschlossen doch noch schnell über das Medienforum NRW geschlendert*, ein Diskussionspanel "Blogs, flickr & Co" lockte mich aus ganz subjektivem Interesse, ob da mehr als das übliche Blogs vs. Journalisten-Gerede käme. Man bemühte sich, Blogs als Erweiterung bestehender Kommunikationskanäle zu betrachten, das angekündigte "Streitgespräch" kam allerdings nicht zustande, man parlierte so vor sich hin, Edelman-Geschäftsführerin Cornelia Kunze sah die Tage der totalen Kundenfreundlichkeit auch großer Unternehmen heraufdämmern, die keine Geheimnisse mehr kennen würde. Was Albrecht Ude ("Onkel Brumm" vom Zeit-Meckerblog) zu einem heftigen Hustenanfall nötigte. Mit seiner Frage "wie lange bloggen Sie denn schon?" erwischte Nico Lumma bei der PR-Dame dann allerdings die Stummschalt-Taste.

Daß sich die Unternehmen mit Corporate Blogs wieder auf alte Tugenden besinnen, scheint mir angesichts seelenloser Hotlines, in denen man verzweifeln und verhungern kann, sowie sonstiger Kontaktverhinderungsmaßnahmen mehr als fraglich.

Ansonsten war man sich einig, daß hierzulande noch alles im Wachsen begriffen ist und schaute ein bißchen neidisch nach Usaland und Frankreich.


Worte und Eindrücke

Welch unglaublich grüne Augen Cornelia Kunze hat. Immerhin.

"User-gedrivener Content" (nicht ganz ernstes Zitat von Nico Lumma. Hoffentlich.).

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* Sorry, Danny, ich mach's wieder gut!

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Dienstag, 23. Mai 2006
Was auf die Schnüffelnase

Herhören, ihr Becksteins, Schäubles und wie ihr datengeiles G'schwerl euch sonst noch nennen mögt! Heute habt ihr allesamt eine erstklassige Ohrfeige (und was mit der Reitgerte auf die neugierige Nase) kassiert:

Karlsruhe untersagt die Rasterfahndung in der bisherigen Form, eine allgemein zusammengeschwafelte Bedrohungslage reicht dazu nicht aus, entsprechend vorgenommene Maßnahmen sind verfassungswidrig. Ohne konkrete Verdachtslage ist diese sehr weitgehende Art der Schnüffelei, die auch private Daten miteinbezieht, nicht mehr zulässig.

Wieder einmal wird schmerzlich bewußt, daß die wahrhaft um die res publica Besorgten schon lange nicht mehr in den Parlamenten sitzen (jede Menge Landespolizeigesetze müssen jetzt "nachgebessert" werden). Die Tendenz, Dinge letztgültig vor dem Kadi zu klären, wird wohl anhalten...

(AZ.: 1 BvR 518/02)

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Montag, 22. Mai 2006
Die Welt zu Gast... (IV) Heute: Lischpelei

"Es gibt keine Zonen in der Bundesrepublik Deutschland, in denen das Gewaltmonopol des Staates nicht gilt."

...sagt Innenminischter Schäuble. Ich habe den Mann mal für einen klugen und ehrlichen Kopf gehalten.

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Montag, 22. Mai 2006
Hysterisch

"Feuer! Gefahr! Erwacht!"

Mehrere sogenannte "A"-Blogger fahren einen Monat Opel und bloggen darüber. Sofort erhebt sich allenthalben hysterisches Geschrei à la "Sündenfall!", gefolgt von saftigen Verbalinjurien. Und ab dem dritten Wortwechsel kommt den Protagonisten die Trennung von Sache und Person abhanden, demgemäß unappetitlich wird die Auseinandersetzung und nach guter teutscher Art wird es sofort grundsätzlich und der Untergang des Abendlandes steht unmittelbar vor der Tür. Schade eigentlich, denn das Thema ist an sich von großem Interesse.

Auch ich tue mich mit dem Webzwonull-Gefasel schwer, genauso, daß in Kleinbloggershausen jetzt die ersten McDonalds und OBIs aufmachen. Aber wieso kann man nicht in Ruhe über die Frage reden, wo die Grenze zwischen Kunst und Kommerz, einem kulturellen Phänomen und dessen profitabler Verwurstung verläuft? Schließlich ist ja nicht der erste Fall kommerzieller Verschlingung, man denke an Johnnys Spreeblick, die Mac-Essentials und nicht wenige Blogger, die ihr Salär durch Adsense o.ä. mit ein paar Euro aufbessern.

Mir wäre es lieb (und der Sache wohl dienlicher), man käme von den Zinnen des Schwarzweiß-Denkens ein wenig herunter.

Aber ich bin ja auch nur ein Z-Blogger.

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Freitag, 19. Mai 2006
Schmutz ist geil

"Sie nennen es Verschmutzung – wir nennen es Leben"

Und ich nenne das erstmal Chuzpe. Exxon tritt seit gestern mit zwei einminütigen Werbespots auf, die die Wohltaten von Kohlendioxid preisen. Treibhauseffekt? Schmelzende Gletscher? Alles Unsinn! Naja, die Spots laufen auch nur in den USA, im Alten Europa würde man sich bei Darbietung der Schmutzreklame höchstens vor Lachen auf die Schenkel klopfen.




[Via]

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Mittwoch, 17. Mai 2006
Die Welt zu Gast bei Freunden (III) Heute: Brandenburg

Es gehört zu den erfrischenderen Aspekten der politischen Klasse bzw. deren Mitglieder, wenn sich diese aufs wohlverdiente Altenteil zurückziehen. Im Retiro gelangen sie vielleicht nicht immer zu neuen Einsichten, auf jeden Fal aber können sie befreit vom Sachzwang zur Produktion von Luftblasen klar und verständlich formulieren. Davon gefällt so manches den lieben Ex-Kollegen gar nicht.

So auch im Fall des früheren Regierungssprechers Uwe-Karsten Heye. Einstmalen als hauptamtlicher Nebelwerfer eingesetzt, agiert Heye nun an der Spitze des Vereins "Gesicht zeigen!". Und da kommt er zur betrüblichen Feststellung, daß

"es ... kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo (gibt), wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen"

Tja. Das ist an Eindeutigkeit nicht mehr zu überbieten. Die üblichen Verdächtigen, an der Spitz' Old Schönbohm ("es gibt keinen strukturellen Rechtsextremismus in Brandenburg") regen sich demgemäß ganz furchtbar auf. Irgendeine lokale CDU-Schranze faselt sogar was von "entschuldigen". Ist auch wirklich ungehörig, auf den Gestank hinzuweisen, den so mancher Hundehaufen im Lande erzeugt.

Da macht man nicht etwa sauber, man teilt nur Wäscheklammern für die Nase aus.


Update:

Mittlerweile hat Heye seine Bemerkung wieder zurückgezogen. Wieso eigentlich? Schließlich hat der Mann doch recht. In den sog. "national befreiten Zonen" geht es ja nun wahrlich nicht gerade kuschelig zu. Das zu benennen wie auch die damit verbundene lokale Aufgabe des staatlichen Gewaltmonopols, ist geradezu die Pflicht eines jeden Demokraten.

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Dienstag, 16. Mai 2006
Antidiskriminierungsgesetz und Kalt-Acquise

Das Telefon klingelt. Ich hebe ab. Sobald da etwas in der Art von Akustik-Spam wie "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben..." oder "Wir hätten da..." an mein Ohr drängelt, landet der Hörer fix & knall wieder auf dem Apparat.

Muß ich demnächst damit rechnen, von beleidigten Callcenter-Mäusen verklagt zu werden?

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Das Zitat

"Speiseszenen könnten akustisch etwas weniger genau wiedergegeben werden."

Aus einer Kritik über den letztsonntäglichen ORF-Tartort "Tödliches Vertrauen".

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