Dreimal geweigert, Spargel zu stechen oder Hundescheiße einzusammeln? Kein Geld mehr, nada. In die Ferien gefahren ohne Eintrag im Reichsarbeitsbuch und nicht beim Arbeitsvermittler abgemeldet? Kein Geld mehr, nada. Und warum soll das arbeitslose Pack überhaupt noch 1€ pro Stunde drauf gelegt bekommen, wenn die Staatssklaven genausogut zum Nulltarif (ja, ich weiß*) weiterknechten können, findet Volker Kauder. Jaja, und wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Klingt im Verbund mit Vorruhestand nach einer interessanten Problemlösung für das marode Rentensystem.
Wieso klingen die Absonderungen der Großen Koalition letztens immer mehr nach den Verlautbarungen des Großdeutschen Reichsarbeitsdienstes?
*Mir ist durchaus bewußt, daß das Geld für soziale Transferleistungen zunächst erwirtschaftet werden muß und eine Vorleistung darstellt. Aber die Art und Weise, in der Arbeitslose derzeit à la "selbst schuld" und arbeitsscheues Gesindel stigmatisiert werden, das mit mit allen Mitteln zum Arbeiten gezwungen werden muß, ist in der Geschichte zumindest der Bundesrepublik ohne Beispiel.
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Steingrau, himmelgrau, asphaltgrau, hellgrau, dunkelgrau, regengrau, taubengrau, wolkengrau, naßgrau, sturmgrau, nachtgrau, haumichgrau.
Heut beginnt der meteorologische Sommer. Aktuelle Außentemperatur: 10°C.
Normalerweise ist das Wetter ja nicht einmal mehr ein Konversationsthema gesitteter Briten ("Nice! Isn't it?"), aber auf Dauer bestimmt das Sein (10°) das Bewußtsein (brrrr!) dann doch. Nach dem erbärmlichen Gekicke gestern abend noch größere Sorgenfalten bekommen. Wenn schon gegen Japan... dann erinnert und entspannt gelächelt: 1974, die Bemoosteren unter uns wissen das noch, welch ein Sauwetter (die legendäre Wasserschlacht in Frankfurt!)... bei miesem Wetter gewinnen die Deutschen... also laß fahren alle Hoffnung auf einen blühenden Garten, der Pott sei unser!
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* Jaja, ist beim Semmel geklaut
Zur Abwechslung mal eine positive Geschichte (naja, beinahe), und die geht so: Ein Deutscher ghanaischer Herkunft geht letzten Vatertag in eine Kneipe, um einen 5€-Schein zu wechseln, die angetrunkenen Gäste bepöbeln ihn ("Scheißneger"), der Mann verläßt die Kneipe, die Pöbler folgen ihm nach draußen und feinden den Schwarzen weiter an, beginnen, ihn zu verprügeln. Das sieht ein 19jähriger, der gerade mit Frau und Kind auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlanggeht und kommt dem Bedrängten zur Hilfe. Schließlich befriedet die mittlerweile eingetroffene Polizei die Szene, vier betrunkene Schläger wurden festgenommen.
Normalerweise wäre der Familienvater jetzt ein Held. Mehr als 30 Passanten haben drumrumgestanden, geglotzt – und nichts getan. Nur der besagte junge Mann half. Und möchte seinen Namen nicht genannt sehen, weil er dann "Angst haben" müßte.
Geschehen zu Köln, im Mai 2006.
...kannte ich bisher nur vom Fußball. Das Wetter führt da zu erheblichem Erkenntniszuwachs.
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Selbst unzeitgemäßen Charakteren wie mir drängt sich zunehmend die Tatsache ins Bewußtsein, daß demnächst mitten im Sommer im Lande Fußball gespielt wird.
Die Lufthansa mutiert zur "Fußball-Airline" und bemalt ihre Flugzeuge gar neckisch, und auch die Telekom will nicht zurückstehen. Nicht nur der Berliner Fernsehturm sieht jetzt aus wie ein rosa Riesenpilz, selbst in meinem rheinischen Metropölchen sind öffentliche Telefonzellen von einer seltsamen Krankheit befallen, rosafarbene Geschwulste sind das Kennzeichen.

Ist diese Krankheit ansteckend?
Ich versuche mir gerade vorzustellen, daß irgendjemand mit dieser Idee Geld verdient hat. Es gelingt mir nicht.

(c) Vince O'Farrell, Wallongong, Australia, The Melbourne Express
Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Oder so.
einen Brief, und zwar an den Chef der täglichen Hamburger Arschwische Kai Diekmann, der offensichtlich Angst hat:
"Vom Papst zu Bush eilend, zwischendurch auch noch dafür zu sorgen, dass Sex und Porno in BILD ausreichend untergebracht werden und nebenbei noch älteren Staatsmännern auf dem Schoß sitzen, ist selbst für einen so talentierten Chefredakteur, wie Sie es sind, viel Arbeit.
(...) Sie haben die Hosen gestrichen voll, dass in dem von mir vorgeschlagenen Disput die Machenschaften der BILD-Zeitung offenbart werden. Das ist der Grund für Ihre Absage. (...) Sie sind ein Feigling!
(...) Die BILD-Zeitung entwickelt sich leider zur Zeitung des 'Großen Geldes', auch wenn Sie sich scheinheilig das Aussehen gibt, Sprachrohr des 'Kleinen Mannes' zu sein."
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