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Donnerstag, 30. März 2006
Kapitalistischer Mundgeruch
maternus, 17:42h
"Der Kapitalismus ist wie ein Typ, der einem beim Reden zu nahe auf die Pelle rückt, sodaß man den Atem riecht. Und dann faßt einen dieser Typ auch noch an."
Martenstein hat mal wieder recht.
Martenstein hat mal wieder recht.
Neues aus Abmahnistan
maternus, 15:10h
Ist ja nicht so, daß wir uns jetzt nach der kommunikativen und ethischen Glanzleistung von Transparency Deutschland etwa langweilen müßten. Kaum ist die Sache für Moni gütlich beendet, geht das gleiche Stück, nur in anderer Besetzung, wieder über die Bühne. Flyerpilot hat ein offensichtlich befremdliches Verständnis von Meinungsfreiheit. Kritik am schleppenden Service soll mittels der wohlvertrauten Abmahnkeule niedergeknüppelt werden.
Mein persönliches Highlight aus dem Schreiben der ungewöhnlich medienkompetenten Anwälte:
"...haben wir Sie aufzufordern, (...) Eintragungen ihrer Website bei Suchmaschinen unter dem Suchwort „f.“ unverzüglich ... zu löschen"
Naja, ist ja auch eine schwierige Sache, dieses Internetdings.
[Nachtrag]
Wie es aussieht, wurde die Keule wieder eingepackt und man redet jetzt manierlich miteinander. Sehr schön. Bleibt die Frage, ob das ohne das (teilweise sicher auch übertriebene) Geheul in der Blogosphäre ebenso gelaufen wäre.
Mein persönliches Highlight aus dem Schreiben der ungewöhnlich medienkompetenten Anwälte:
"...haben wir Sie aufzufordern, (...) Eintragungen ihrer Website bei Suchmaschinen unter dem Suchwort „f.“ unverzüglich ... zu löschen"
Naja, ist ja auch eine schwierige Sache, dieses Internetdings.
[Nachtrag]
Wie es aussieht, wurde die Keule wieder eingepackt und man redet jetzt manierlich miteinander. Sehr schön. Bleibt die Frage, ob das ohne das (teilweise sicher auch übertriebene) Geheul in der Blogosphäre ebenso gelaufen wäre.
Mittwoch, 29. März 2006
Denglisch
maternus, 21:42h
Gerade im Glotzkasten: irgendein Verwaltungsheini wird zu Großbildleinwänden befragt, auf denen z.B das gemeine ticketlose Volk Fußball gucken kann. Und die Moderateuse spricht beharrlich von "Public Viewing".
Wie verstrahlt muß man eigentlich sein, um sowas freiwillig von sich zu geben?
Wie verstrahlt muß man eigentlich sein, um sowas freiwillig von sich zu geben?
Beim Zähnemetzger
maternus, 20:20h
Einer der wesentlichen Motivationsschübe, mit dem Rauchen aufzuhören, erhielt ich übrigens durch einen Besuch beim Zahnarzt. Wie das bei mir so ist, bin ich ein ziemlicher Schisser, was den Umgang mit dieser Spielart der Metzger angeht und so vermeide ich für gewöhnlich nähere Geselligkeit mit Vertretern dieser Branche, außer, es läßt sich nicht vermeiden. Vor einiger Zeit standen wieder einige Brückenbauarbeiten an und bevor mir der Metzger mit seinen Folterinstrumenten zu Leibe rückte, bestand ich auf reichhaltigster Gabe von Betäubungsspritzen, weil ich unter keinen Umständen etwas von den Umbaumaßnahmen mitbekommen wollte. Also abgesehen vom Baulärm, das ließ sich nicht verhindern. Der Metzger gehorchte und sedierte meine Kiefer so umfassend, daß ich den Eindruck hatte, unterhalb der Nasenwurzel gäbe es kein Gesicht mehr, nur noch ein großes, leeres Nichts. Sehr gut, kein Schmerz. Daß das mit dem vorübergehenden Verlust meiner Sprachfähigkeit Hand in Hand ging, war vergleichsweise unproblematisch, ich hatte an diesem Tage eh keine Termine von öffentlichem Charakter mehr. Nach insgesamt zwei Stunden hatte ich fürs erste die Tortur wieder hinter mir – und als starker Raucher ziemlichen Schmacht. Ich fingerte also noch im Treppenhaus die Schachtel Zigaretten hervor und ... ja sapperlot, wie sollte ich jetzt, mit besinnungslosem Mund, das Tabakstängchen im Gesicht befestigen? Nichts ging, schon gar nicht entzünden und den ersten wohltuenden Zug tun... schließlich schaffte ich es, die Zigarette in die Flamme des Feuerzeuges zu halten und durch heftiges Wedeln zur aromatischen Rauchproduktion zu bringen. Dann steckte ich mir – mittlerweile schweißbedeckten Antlitzes - den Filter zwischen die schlaffen Lippen, die ich mit den Fingern insoweit fixierte, daß ich endlich den ersten Zug tun konnte. Justament in diesem Augenblick passierten mich auf dem Wege zu ihrer Folterstunde andere Patienten, die mir ganz merkwürdige Blicke zuwarfen. Ich hatte dafür insofern Verständnis, als daß ich auch einen höchst wunderlichen Anblick bot, halb verkrümmt, die Arme und Hände in eigentümlicher Verrenkung vorm Gesicht... es war entwürdigend.
Wie schön: mittlerweile kann ich ähnlich betäubt, aber ohne peinlichen Zwischenhalt im Treppenhaus, schnellstmöglich dem Ort der Zahnqual entrinnen.
Wie schön: mittlerweile kann ich ähnlich betäubt, aber ohne peinlichen Zwischenhalt im Treppenhaus, schnellstmöglich dem Ort der Zahnqual entrinnen.
Dienstag, 28. März 2006
Wem gehört das Volk?
maternus, 15:55h
Die BLÖD-Zeitung und Volkswagen streiten sich, wem das Volk gehört. Also das Wort. In allen möglichen Zusammensetzungen. Den Volkswagen gibt's zwar schon seit Olims Zeiten, aber rechtlich schützen lassen haben sich die Autoschrauber das anscheinend erst im letzten Jahr. Das wird jetzt eng.
Vor allem, weil die Sache vor dem für seine launigen Urteile berühmt-berüchtigten Landgericht Hamburg verhandelt wird. Man darf also gespannt sein.
Vor allem, weil die Sache vor dem für seine launigen Urteile berühmt-berüchtigten Landgericht Hamburg verhandelt wird. Man darf also gespannt sein.
Montag, 27. März 2006
Die Abmahnkrankheit
maternus, 21:45h
...scheint sich rasend auszubreiten und Hirne zu zerfressen. Gestern Euroweb, heute Transparency Deutschland...
Man müßte mal 'nen Artikel im Spon schreiben.
Man müßte mal 'nen Artikel im Spon schreiben.
Stanisław Lem †
maternus, 21:38h
Ion Tichy, der Pilot Pirx, die Geschichten vom "Unbesiegbaren", seine "Dialoge", der Schöpfer der Solaris und Erfimder des "Futurologischen Kongresses"... Stanisław Lem, einer meiner literarischen Hausgötter, ist heute mit 84 Jahren gestorben.
Noch bis zum Schluß litt er an erfreulicher Allergie gegen Dummheit, wie hier nachzulesen ist:
"Präsident Bush hat die Eigenschaft, dumm zu sein. Davon zeugt zum Beispiel die Tatsache, dass er gegen die Evolutionstheorie auftritt, zugunsten eines sogenannten intelligenten Projekts, bei dem es darum geht, dass man nicht weiß, worum es geht. Seine ganze Administration verfichtt diese idiotische Theorie, ihren Mitgliedern mangelt es an Verstand."
Blöde Floskel, aber mir wird er fehlen.
Noch bis zum Schluß litt er an erfreulicher Allergie gegen Dummheit, wie hier nachzulesen ist:
"Präsident Bush hat die Eigenschaft, dumm zu sein. Davon zeugt zum Beispiel die Tatsache, dass er gegen die Evolutionstheorie auftritt, zugunsten eines sogenannten intelligenten Projekts, bei dem es darum geht, dass man nicht weiß, worum es geht. Seine ganze Administration verfichtt diese idiotische Theorie, ihren Mitgliedern mangelt es an Verstand."
Blöde Floskel, aber mir wird er fehlen.
Keine Nazis
maternus, 14:49h
...nirgendwo. Ein wirklicher Lichtblick im Wahlergebniseinerlei.
Samstag, 25. März 2006
Ha!
maternus, 15:14h

Und zwar im Schatten!
Hat eine Organisation "Persönlichkeitsrechte"?
maternus, 14:59h
Transparency International bzw. die deutsche Dependance verkauft sich gerne als "die Guten" im Kampf gegen korrupte Großmogule. Was liegt näher als die Erwartung, daß sich besagte Organisation auch nach innen "gut" verhält? Keine Ahnung, was an der hier gebloggten Geschichte dran ist, aber eine möglicherweise notwendige Richtigstellung hätte auch in den Kommentaren des Blogs (dazu gibt es diese feine Funktion u.a. auch!) erfolgen können. Anstelle dessen also die dicke Keule der einstweiligen Verfügung. Das scheint sich in diesem Land langsam zur Seuche auszuwachsen, gegen alles, was nur aus der Entfernung wie freie Meinungsäußerung oder sonstig lästiges Grundrecht aussieht, erst einmal mit dem Knüppel der Abmahnung oder EwV vorzugehen.
Bei einem Mann wie Altkanzler Schröder, der einen schon wegen kritischer Fragen zu seiner Haarfarbe, erst recht aber bei Bemerkungen zu seinem lukrativen Verhältnis zu Kumpel Putin vor den Kadi zerrt, verwundert das nicht. Dem ist jetzt eh alles wurscht. Aber Transparency Deutschland sollte sich darüber im Klaren sein, daß drei Viertel des Erfolges von guter Publicity abhängen. Und damit schaut´s derzeit nicht so gut aus.
[Via]
Bei einem Mann wie Altkanzler Schröder, der einen schon wegen kritischer Fragen zu seiner Haarfarbe, erst recht aber bei Bemerkungen zu seinem lukrativen Verhältnis zu Kumpel Putin vor den Kadi zerrt, verwundert das nicht. Dem ist jetzt eh alles wurscht. Aber Transparency Deutschland sollte sich darüber im Klaren sein, daß drei Viertel des Erfolges von guter Publicity abhängen. Und damit schaut´s derzeit nicht so gut aus.
[Via]
Freitag, 24. März 2006
Tempus fugit
maternus, 14:34h
Donnerstag, 23. März 2006
Effizienznostalgie
maternus, 23:25h
"ich vermiss' die alte beamtenpost. echt. filialen in allen stadtteilen, die briefkästen wurden um 20 uhr noch geleert und briefe waren am nächsten morgen zumindest in der nachbarstadt. schon bisschen her, da gab es zweimal am tag briefzustellung, innerhalb der stadt laufzeit dadurch nur paar stunden. (...)
mittlerweile sehne ich mich danach, in einer langen schlange dem schalterbeamten beim mühsamen addieren irgendwelcher gebühren auf seinem privat angeschafften taschenrechner zusehen zu können. heute gibt's die schlangen, weil einem die hansel zur briefmarke unbedingt noch eine lebensversicherung verkaufen wollen.
es kotzt mich an."
Da steht's!
Mal so zitiert und beifälligst benickt. Kann ich nur unterschreiben. Sowieso lassen gerade die großen Konzerne den verehrten Kunden immer mehr selbst erledigen. Teurer wird trotzdem alles – bloß nicht effizienter.
mittlerweile sehne ich mich danach, in einer langen schlange dem schalterbeamten beim mühsamen addieren irgendwelcher gebühren auf seinem privat angeschafften taschenrechner zusehen zu können. heute gibt's die schlangen, weil einem die hansel zur briefmarke unbedingt noch eine lebensversicherung verkaufen wollen.
es kotzt mich an."
Da steht's!
Mal so zitiert und beifälligst benickt. Kann ich nur unterschreiben. Sowieso lassen gerade die großen Konzerne den verehrten Kunden immer mehr selbst erledigen. Teurer wird trotzdem alles – bloß nicht effizienter.
Si è aperta la stagione di primavera
maternus, 17:39h

So schön kann's sein.
Aahh… Frühling, endlich (und dieses Jahr zum ersten Male) wieder draußen auf der Terasse gesessen. Sonnenschein, wärmend, 1 kleines Frühlingsgefühl steigt auf, auch wenn der Blick in den noch recht struppigen Garten das ein wenig hemmt. Zur Verstärkung des mediterranen Gefühls schnell einen Espresso bereitet, natürlich in der caffettiera und nicht mit irgendeinem Pseudogerät vom Billigheimer.
Und am Wochenende werden ordentlich Stauden gepflanzt.
Heuschreckenvorstand und Gasbaron
maternus, 13:26h
Innerhalb weniger Monate vom tränenreichen Abschiedsschluchzer an seine Sozen "Ich weiß, wohin ich gehöre" zum Gasprom-Vorstand und Heuschreckenstreichler: man kann Gerhard Schröder sicher nicht vorwerfen, er litte an altersstarrsinniger Unflexibilität.
Ein ganz starkes Stück ist allerdings der völlige Mangel an Kritikfähigkeit des Herrn S. (hat da sein lupenreiner Kumpel Putin auf ihn abgefärbt?). Ich bin ja kein besonderer Freund vom Guido W. von der FDP, aber mit seiner Kritik am durchaus korruptionsduftenden Ex-Kanzler hat er allerdings recht, auch wenn der Herr S. ihm diese per einstweiliger Verfügung untersagen ließ. Weil's aber stimmt, hier noch einmal und ausnahmsweise im Fettdruck die inkriminierte Westerwelle-Aussage:
"Und natürlich gönne ich Gerhard Schröder jeden Rubel. Ich finde es allerdings problematisch, dass er als Bundeskanzler einer Firma einen Auftrag gegeben hat und dann wenige Wochen nach Amtsübergabe in die Dienste eben jener Firma tritt."
[via]
Ein ganz starkes Stück ist allerdings der völlige Mangel an Kritikfähigkeit des Herrn S. (hat da sein lupenreiner Kumpel Putin auf ihn abgefärbt?). Ich bin ja kein besonderer Freund vom Guido W. von der FDP, aber mit seiner Kritik am durchaus korruptionsduftenden Ex-Kanzler hat er allerdings recht, auch wenn der Herr S. ihm diese per einstweiliger Verfügung untersagen ließ. Weil's aber stimmt, hier noch einmal und ausnahmsweise im Fettdruck die inkriminierte Westerwelle-Aussage:
"Und natürlich gönne ich Gerhard Schröder jeden Rubel. Ich finde es allerdings problematisch, dass er als Bundeskanzler einer Firma einen Auftrag gegeben hat und dann wenige Wochen nach Amtsübergabe in die Dienste eben jener Firma tritt."
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