Es ist übrigens erstaunlich, wie ein paar Tage voller Sonnnenschein und Wärme, wie der zurückgekehrte Sommer alle Nachrichten über Krisen und Probleme zu überstrahlen vermag.

Ist Dummheit heute eigentlich Eingangsbedingung für ein Ministeramt?
Der Innenminister Friedrich hat Angst vorm Internet und vor Pseudonymen. Also soll ein jeder nur noch unterm Klarnamen publizieren dürfen.
Dabei wäre es doch gerade für den Friedrich besonders ratsam, seinen blühenden Unsinn unter falschem Namen oder am besten anonym zu verbreiten. Aber der Mann ist von der CSU, da ist man noch stolz auf seine Blödheit.
Heute: Sommer.
Daß nach dem Massenmord in Norwegen die üblichen Verdächtigen wieder ihren Auftritt haben und von Ballerspielen bis Schützenvereinen alles möglich als Ursache für die schreckliche Tat ansehen und nach grenzenloser Vorratsdatenspeicherung rufen, war so vorhersehbar wie langweilig.
Aber es wundert mich ehrlich, daß noch niemand das Verbot von Dünger und die 24/7-Überwachung von Gärtnern gefordert hat.
Bisher war mir das Theorem vom "Absterben des Staates" nur aus frühkommunistischen Lehrschriften von Engels bis Lenin bekannt.
Aber daß mit der Tea Party jetzt ausgerechnet die kapitalistischen Hardliner und Ökonomie-Fundamentalisten die Sache in die Hand nehmen und bessere Aussichten auf Erfolg haben als sämtliche Bolschewiken vor ihnen, und das ausgrechnet in den USA, das entbehrt nicht einer sehr bösartigen Ironie.
Es ist wirklich beeindruckend, mit welcher Chuzpe, wie verlogen und scheinheilig sich die Medien mit dem Massenmörder B. aus Norwegen befassen. Tagelang läuft die Pressemeute begeisternd kläffend hinter den schrecklichen Ereignissen her, berichtet minutiös über sämtliche Details und bepflastert online wie offline jeden verfügbaren Platz mit dem Konterfei des Täters, auf daß er uns von überall her aus seinen verkniffenen Schweinsäuglein anglotze.
Und nachdem also wieder einmal der mediale Overkill der Leichenfledderer herrscht, stellt sich gerade eben eine Moderatoren-Darstellerin vor die Kamera und hat die Stirn, mit gespielter Bestürzung zu fragen, ob es jetzt Nachahmungstäter und Trittbrettfahrer geben wird und wie so etwas nur sein könne. Dabei steht eine Trittbrettfahrerin doch gerade vor der Kamera.
