Samstag, 28. Mai 2011
Endlich wieder eine Trendseuche

Man hört geradezu, wie in den Redaktionen hinter vorgehaltener Hand ein Seufzer der Erleichterung ausgestoßen wird. EHEC! Endlich mal eine richtige Krankheit, an der auch Leute sterben! Nach all den nachrichtentechnischen Blindgängern von BSE über Sars, Vogelgrippe bis zu Schweinegrippe darf sich endlich mal richtig gegruselt werden. Schon neun Tote!

Das ist übrigens der durchschnittliche Blutzoll, den ein friedlicher Freitagnachmittag auf Deutschlands Straßen fordert.



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Freitag, 27. Mai 2011
Was man will, das hat man nicht...

Wirklich merkwürdig, warum sich das Wetter beharrlich weigert, wenigstens ein paar Regentropfen dazulassen. Eine Tiefdruckzone nach der anderen zieht über uns hinweg, im Gepäck auf dem Wetterradar sehnsüchtig betrachtete Regengebiete und kaum sind sie kurz vor Köln, schwupp! sind sie verschwunden und nichts ist's mit dem fruchtbringenden Naß.

Einerseits ganz gut, weil Schneckenfraß mangels Schnecken ausbleibt. Andererseits geraten sämtliche Pflanzen etwas kümmerlich, die Hecken haben seit dem Schnitt vor einem Monat beinah komplett das Wachstum eingestellt.

Ich seh es schon kommen. Allein aus statistischen Gründen wird ab 1. Juni ein erschröcklicher Dauerregen über uns kommen und den momentan betonfesten rheinischen Löß in grundlosen Morast verwandeln.



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Montag, 23. Mai 2011
Stay the course!

Da wundern sich manche, warum es in der CDU spätestens jetzt, nach dem gestrigen Bremen-Debakel (20 Prozent! Dritter! Noch hinter den Grünen!) nicht endlich zur Nacht der langen Messer kommt. Also ob sich da irgendwelche Jungrevolutionäre unter Absingen des Liedes "Wir woll'n uns're alten Werte wiederhaben" gegen Mutti erheben und die Mehltau-Kanzlerin, die die Partei bis zur völligen Gesichtslosigkeit entkernt hat, vom Hof jagen würden. Natürlich wird dergleichen nicht geschehen. Erstens gibt es in der Union keine Jungrevolutionäre mehr, nur noch Philipp Mißfelder. Und zweitens steht den Schwarzen das lehrreiche Beispiel der FDP vor Augen. Die haben jetzt einen ganz lieben Parteichef, der ganz modern ist, wie die anderen liberalen Kinderstars auch. Zum Dank hat die FDP jetzt ein Ergebnis eingefahren, das sie unter die Wahrnehmungsgrenze gedrückt hat.

Die Koalition wird also bis 2013 weiterwurschteln wie bisher und dann gegen die SPD verlieren. Die ist witzigerweise in einer ähnlich traurigen Lage und wird dann mit Hannelore Kraft ins letzte Gefecht gehen. Die Regierung der hängenden Mundwinkel wird uns also auf jeden Fall erhalten bleiben.



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Samstag, 14. Mai 2011

Was bin ich froh, wenn diese Grand-Prix-Schnulziade namens ESC endlich vorbei ist. Derzeit & seit Tagen trotz miserabelster Quoten Frontberichterstattung auf allen Kanälen, da wird selbst in den Öffentlich-Rechtlichen massig Sendezeit darauf verwandt, um uns noch mit der letzten Kleinigkeit vom Wesen und Werden des seichten Gedudels zu belästigen. Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine Art musikalisch erweiterte Version des Christopher Street Days, dessen Protagonisten uns ja ebenfalls alljährlich mit unvergeßlichen Kostproben des schlechten Geschmacks langweilen.



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Donnerstag, 12. Mai 2011

Den schönsten Nachruf auf Silvana Koch-Mehrin findet der geneigte Leser bei tagesschau.de: "Es bleibt ihr dafür die Ehre, 'Frau des Jahres' der Zeitschrift 'Freundin' gewesen zu sein. Und - nicht zu vergessen - Jury-Mitglied des 'Prix Veuve Cliquot', den die exklusive französische Schampusfirma verdienten Unternehmerinnen verleiht."

Da hat sich die Leistung ja doch gelohnt.



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Mittwoch, 11. Mai 2011
Nannen-Panne

Wie lustig. Erst bekommt Spiegel-Mann René Pfister den Kisch-Preis, dann wird er ihm wieder aberkannt. Der Grund: der Pfister habe ja gar keine Reportage geschrieben, er sei ja übrhaupt nicht vor Ort gewesen. Hat der Pfister allerdings auch nicht behauptet. Und weil die Nannen-Jury offensichtlich die Text-Kategorien nicht auseinanderhalten konnte, hat sie sich beschädigt, indem sie sich als kurzsichtiger Deppenhaufen inszenierte, und den Rene Pfister gleich mit, weil er aufgrund dieser Dummheit nun im unschönen Geruch baronaler Guttenbergerei steht.

Rätselhaft, warum einer der häufigsten Berufswünsche, die Jugendliche äußern, noch immer "was mit Medien" ist. Am selbsterzeugten Image der Branche kann das jedenfalls nicht liegen.



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Dienstag, 3. Mai 2011
Halali in Pakistan

Ich verstehe gar nicht, warum sich die Republikaner gerade so über Obamas "justice has been done" aufregen und dauernd auf G.W. Bush herumreiten, dem in Wahrheit aller Ruhm am bin-Laden-Halali gebühre.

Abgesehen von seinen rhetorischen Fähigkeiten gleicht Obama dem erst-Schießen-dann-Fragen-Bush inzwischen bis zur Ununterscheidbarkeit.



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