Heute morgen aus dem Fenster geschaut und gedacht "Oh je, jetzt hat Google die ganze Welt verpixelt!"
War dann aber doch nur Nebel.
Das ist die neue Weltordnung. Sie wird erkennbar an der Liste der Feigheit, einer Aufzählung der Staaten, die neben China die diesjährige Verleihungszeremonie des Friedensnobelpreises an den inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo boykottieren:
Afghanistan
Ägypten
Irak
Iran
Kasachstan
Kolumbien
Kuba
Marokko
Pakistan
Philippinen
Rußland
Saudi-Arabien
Serbien
Sudan
Tunesien
Ukraine
Venezuela
Vietnam
Neben der geradezu grotesken mangelnden Souveränität der Pekinger Potentaten fällt vor einem eines ins Auge: Was ihre Funktionsprinzipien angeht, unterscheidet sich die neue Weltordnung nicht besonders von der alten.
Danke, Willy Brandt.
Der Weihnachtsmann hat nie gelebt. Sehr im Unterschied zum Nikolaus.
Noch vor ein paar Tagen brummte eine geschäftige Hummel durch meinen Garten, um vor der Winterruhe die letzten Besorgungen zu machen. Ziemlich spät, aber dennoch zur rechten Zeit, denn die Christrosen sind gerade erblüht.

Jetzt ist die gleiche Stelle nicht mehr wiederzuerkennen. Denn es herrscht strenger Frost überm Schnee, unter dessen Helligkeit die Blüten nicht einmal mehr zu erahnen sind. Die Hummel aber wird, tief im Erdreich verborgen, dem Frühling entgegenschlummern und den kalten Winter einfach verschlafen.

Kalt wird es in der Tat, auch unsereins stellt sich die Frage, wie ein bißchen Wärme ins klamme Dasein gezaubert werden kann. Die übliche Antwort der Gegenwart ist natürlich "noch mehr digitaler Konsum". Also immer her mit dem neuesten Gadget, damit man dazu gehört, Teil der großen Jüngergemeinde und damit auf der richtigen Seite ist. Blechseelen wärmt sowas.

Aber anstatt sich mit iPhones, iPods und iPads einzudecken, besorgen sich manche etwas viel Altmodischeres. Eine Espressomaschine zum Beispiel. Hält wesentlich länger und produziert überdies ungemein köstlichen und heißen Wohlgeschmack.

Und zwar 24/7. Vielen Dank, ihr paranoiden Hysteriker.
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Wie es mich ja auch regelmäßig schüttelt, wenn in einem amerikanischen Film ein ursprünglich deutscher Name auch in der deutschen Synchronisation weiterhin "amerikanisch" ausgesprochen wird. Was dann zu so einzigartigen Stilblüten wie "Örsela" (Ursula) oder "Grättschn" (Gretchen) führt.
Terror! Bomben! Bundeswehr im Innern! Zensur und Maulkorb für die Presse! Überwachung rund um die Uhr!
Und dann wirft heute morgen ein geistig verwirrter Mann im Kölner Dom ungehindert einen Molli auf den Altar, der daraufhin Feuer fängt.
Ich muß schon sagen, ich bin ob der Effizienz unserer Terrorsbekämpfer tief beeindruckt. Oder bekämpfen die gar nicht den Terror, sondern ganz was anderes?
