Montag, 22. November 2010

Würde die Regierung an ihre eigenen Terrormärchen glauben, wäre kein einziges Atomkraftwerk mehr am Netz.



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Samstag, 20. November 2010

Mit das Interessanteste bei der aktuellen Debatte ums Verpixeln von Häusern in Googles Straßenfotodienst ist die teilweise geradezu totalitäre Attitüde der Pixelgegner. Die beschimpfen Freunde der Privatsphäre als "Egoisten", "Bilderstürmer", "Querulanten und Hysteriker" usw. usf.

Bereits nach wenigen Minuten der Lektüre solcher Meldungen aus dem Borg-Würfel beschleicht mich das Gefühl eines Déjà-vu. Ist noch nicht so lange her, da bekam hierzulande schnell Ärger, wer nicht rechtzeitig die Fahne raushängte.

Marx hatte recht. Welch eine Farce, diese Wiederholung.



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Donnerstag, 18. November 2010

Heute Street View-Start in Deutschland. Dabei bemerkt, Verpixelungsantrag einzureichen vergessen. Macht aber nichts. Nachbar links und Nachbar rechts haben sich hinterm Weichzeichner verborgen, und mein Haus gleich mit.



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Montag, 15. November 2010

Die französische Revolution als "konservatives Gründungsdokument"? Wie meinen? Die köpfungsfreudigen Jakobiner als Urväter der Union? Wenn das die Anhänger des Ancien Régime bloß gewußt hätten, soweit sie überlebt haben! Da möchte ich mal wirklich wissen, woher die Merkel sich das gesogen hat. In der Schule wurde so ein Unsinn jedenfalls nicht gelehrt, weder in der DDR noch hüben zu einstigen Westzeiten.


(Und nein, jetzt muß mir keiner mit Tocqueville kommen.)



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Sonntag, 14. November 2010
Tendenz Null

Ganz links ist pfui. Und ganz rechts erst! Wenn du das bist, dann schauen die Leute in deiner Umgebung unwillkürlich unter ihre Schuhe. Das ist gar nicht schön. Und rechts oder links will auch keiner sein. Na gut, der Lafo und die Wagenknecht und noch so ein paar Hanseln dieses Traditionsregiments Felix Dzerschinsky, die wollen links sein. Immerhin. Obwohl sie sich noch nicht entschieden haben, ob sie als Stasi-Apologeten enden möchten oder als ostdeutsche CSU. Wahrscheinlich beides.

Drum haben der schlaue Schröder und die schlaue Merkel schon vor Jahren die Mitte erfunden, zu der ja alles strebt. Jaja, die Mitte, dort sind die meisten Leute anzutreffen, Mutti hatte da als Physikerin natürlich sofort die Gaußsche Verteilungskurve im Hinterkopf.

Allerdings ist die allermittigste Mitte dort stets durch den Wert Null markiert. Was die beim Regierungshandeln regelmäßig ins nirgendwo implodierenden Wölkchen erklären könnte.



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Sonntag, 7. November 2010

Heute: Hirschgulasch. Mit allen Ingredienzien intus schmurgelt der Topf auf dem Herd der Abendstunde entgegen. Bloß Wacholderbeeeren hab' ich zu kaufen vergessen. Da bekommt der Wacholdergeist endlich seinen Einsatz.

Und in drei Stunden ist alles fertig und wird gemeinsam mit einem schönen Negroamaro aus dem Salento einen preislichen Abend bereiten.

Augenblicke, während derer sogar ich den Herbst mag...



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Mittwoch, 3. November 2010

Die veröffentlichte und drum die öffentliche Meinung scheinen sich in jüngerer Zeit gewissen Fehldeutungen hinzugeben, was frisch auf den Schild gehobene Volkstribunen angeht. Da wird ein Sarrazin von einem großen Teil quer durch die Bevölkerung bejubelt, also von Menschen, denen er nicht mal die feinlederbehandschuhte Hand geben würde, denn sie gehören genau zu den in seinen Augen genetisch minderqualitativen Unterschichten, die er so vehement ablehnt. Für ihn ist der Erweis der genetischen Überlegenheit an einfachen Kennzeichen wie dem akademischen Bildungsgrad ablesbar. Nur Akademiker unter 30 sollen z.B. eine 50.000-Euro-Wurfprämie fürs Kinderkriegen erhalten. Da sähe es für viele Sarrazin-Fans ohne Hochschulabschluß allerdings ziemlich duster aus.

Und dann der Bayernbaron, der schon bald Papst Kanzler sein wird, nachdem er die CSU, die Union und die ganze Welt gerettet hat. Dabei hat der feine und millionenschwere Freiherr zu Guttenberg denkbar wenig mit der schwitzend-männlichen Aufsteigerpartei CSU zu tun wie er zum typisch bayerischen Herz-Jesu-Sozialisten taugt.

Das seiner Vorbilder beraubte Volk taumelt hin und her und verbraucht Helden im Stundentakt. Daran wird eine erschreckende politische Unreife erkennbar, die noch immer auf die starke Führerfigur an der Spitze setzt, die es "schon richten" wird.

Welch ein Glück für uns, daß die Bewohner des politischen Narrensaums der braunen Observanz bisher noch über keinen publikumsträchtigen Rattenfänger verfügen. Ewig sollte man sich darauf nicht verlassen.



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