Sonntag, 28. März 2010

Wehe, ich höre noch einmal etwas von "Ski", "Wintersport" oder "Biathlon". Es reicht!



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Montag, 22. März 2010
Säcke, Esel, Werbung und der Tod

Als ich vor 25 Jahren nach Italien ging, mußte ich mich am Anfang erst einmal hinsetzen und die Sprache büffeln. Für einen teueren Sprachkurs à la "Berlitz" oder "Dante Alighieri" fehlte mir armem Studenten damals das Geld, also verbrachte ich viel Zeit vor dem Radio und dem Fernseher. Und eignete mir so das Gefühl für Wortgrenzen, die Sprachmelodie an, bevor ich mich auf die Straße traute, um das Neuerworbene auszuprobieren.



Was mir den TV-Konsum sehr erleichterte, war die Werbung, die seinerzeit in der Glotze lief. Die meisten Spots waren witzig, spielten mit dem Zuschauer und seiner Phantasie. Nur die Waschmittelreklame war seltsamerweise schon damals genauso Klementine-langweilig wie hierzulande. Wichtig aber blieb der Eindruck, dass man damals Reklame ganz gern ansah, weil sie sich nicht in dröger Push-Werbung erschöpfte.



Und genau darum ist Werbung heute zumeist so verhaßt, auch im Internet. Ob bunte Blinkie-Banner (schlimm), nervende Layer-Ads (schlimmer), sie werden von den meisten Surfern als nervtötende Zumutung empfunden. Weshalb die Verwendung von Adblockern aus reiner Notwehr geschieht. Dabei ist es nicht so, daß Konsumenten grundsätzlich werbefeindlich eingestellt sind. Sie muß eben nur witzig sein, überraschen oder einfach nur schön sein. Nicht von ungefähr erfreuen sich die jährlich in der Cannes-Rolle gesammelte Werbeclips nicht nur beim Fachpublikum großen Zuspruchs. Im Internet quellen Videoplattformen wie Youtube über von genialen Clips und viralen Werbestreifen, die aber leider zumeist aus dem Ausland sind.



Wenn also die Werbemüdigkeit besonders der deutschen Surfer beklagt wird wie heute auf Spon, dann wird hier Sack gehauen, obwohl der Esel gemeint sein sollte. Der Esel, das sind die Werbeagenturen und ihre Auftraggeber, die zumeist lahme, lust- und inspirationslose Reklame produzieren, um sie anschließend bei den Onlineauftritten der Zeitungen abzukippen. Doch auch die Verlage bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Warum fördern und fordern sie nicht neue Wege, was zum Beispiele interaktive Werbeflächen? Warum gibt es nicht endlich gute Werbung, die nicht Augenkrebs erzeugt, sondern im besten Sinn des Wortes Unterhaltung ist?



Solange der Rückzug hinter Bezahlschranken nicht funktioniert und die Löhnung für einzelne Artikel via Micropayment auch nicht, weil das Procedere ein bürokratischer Alptraum ist anstatt endlich ein 1-Klick-Bezahlsystem einzuführen, müssen Leser und Verlage gleichzeitig den Werbefritzen aufs Dach steigen. Sonst riskieren die Esel die Zukunft der gesamten Branche.



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Mittwoch, 17. März 2010

Da weht ein Sturm übers Land und rüttelt an den Kirchendächern und bringt die Wetterhähne zum Wackeln. Was ist alles gesagt und geschimpft worden über Kinderschänder und Mißbraucher ihrer Schutzbefohlenen. Wo die sich doch gerade im Schatten des Kirchturms ganz besonders sicher fühlen sollten.

Sub umbra alarum tuarum.

Und dann frage ich mich, warum eigentlich kein Mensch, kein Bischof und kein Papst, ein paar Worte an all die zahllosen Menschen im Dienste Gottes verliert, Priester und alle Menschen guten Willens, die tagtäglich getreulich und untadelig ihre Arbeit verrichten und die zutiefst niedergedrückt sein müssen. Niedergedrückt durch das, was in der Kirche möglich ist, was ihr eigenes Tun diskreditiert und niedergedrückt durch den Haß, der ihnen entgegenschlägt. Es sind auch für die Anständigen trostlose Zeiten.



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Montag, 15. März 2010
Est modus in rebus, sunt certi denique fines

Wirklich? Mir war gar nicht klar, daß die "Liberalen" in Wahrheit die letzten Monarchisten im Lande sind, die am liebsten wieder Majestätsbeleidigung als Straftatbestand einführen würden.



Ganz wie alten Zeiten stellt sich Seine Allerungnädigste Durchlaucht Fürst Guido in schönster "L'État c'est moi"-Manier hin und tadelt Kritik an seiner Freunderlwirtschaft und seinem Krawallton als "ungehörig".

Bei der nächsten Kritik wird der Glaskinn-Ministerdarsteller zweifellos auf Gotteslästerung erkennen.



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Mittwoch, 10. März 2010

Die Sonne scheint leuchtend von einem makellos blauen Firmament. Eine leichte Brise weht, die Schneeglöckchen wiegen sich sanft im Wind. Der Frühlingsgesang der Vögel wird langsam mutiger. Still genießen die Sträucher und Bäume das Weichen des Frosts. Erholsames Schweigen liegt all über das Land.

Guido Westerwelle ist eine Woche in Südamerika.



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Freitag, 5. März 2010
Finis

Ließ sich am Ende nicht mehr vermeiden, dieser Schritt:



CDU Kreisverband Köln
Große Budengasse 10
50667 Köln


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit vorliegendem Schreiben zeige ich Ihnen meinen Austritt aus der Christlich Demokratischen Union an.

Obzwar ich nicht glaube, daß die Ausführungen eines einfachen Mitgliedes bei Ihnen auf besonderes Interesse stoßen werden, möchte ich meinen Schritt der guten Ordnung halber kurz erläutern.

Der schleichende Prozeß der Distanzierung aufgrund der Ereignisse in Bund, NRW und der Stadt Köln hat für mich zuletzt einen unumkehrbaren Punkt erreicht. Ich bin vor Jahren bewußt in eine konservative Partei eingetreten. Ich verlasse nun eine zutiefst profillose, "keine konservative" (so unlängst Volker Kauder) Organisation, die sich die inhaltliche Farblosigkeit und Beliebigkeit der Vorsitzenden weithin zu eigen gemacht hat. Die sogenannte "Berliner Erklärung" legt von dieser Entwicklung beredtes Zeugnis ab, wenn sie die Prioritäten künftiger Parteiarbeit umreißt.

Man keilt FDP-Wähler, SPD-Wähler und Wähler der Grünen, in dieser Reihenfolge. Um die eigene, eigentliche Klientel kümmert man sich nicht, sie soll die neue Entwicklung lediglich akzeptieren. Und wenn gerade Zeit ist, bekommt sie die sogar gönnerhaft "erklärt".

Auf diesem Wege ist die CDU als Volkspartei zwar noch nicht auf der Intensivstation wie die entkernte SPD angekommen, aber sie befindet sich auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie ist nach vier Jahren Merkel fast schon da, wo sie nach 16 Jahren Kohl war: ein Kanzlerwahlverein - inhaltslos, geistig lahmgelegt und innerparteilich tot. Sie hat ihre Wurzeln verloren, bietet keine Zukunftsorientierung und hat keinen Plan für die Gesellschaft von morgen. Die Partei ist hinter und unter Merkel fast spurlos verschwunden. Die CDU diskutiert nicht mehr, von ihr geht weder Strahlkraft noch Faszination aus.

Dazu bildet das Auftreten der Berliner Koalition mit der unsäglichen FDP unter der Führung ihres unsäglichen Herrn Westerwelle nur die folgerichtige Konsequenz. Allein mit Blick auf die marode Infrastruktur im Bildungsbereich und die Merkelsche Floskel der sog. "Bildungsrepublik Deutschland" offenbart das Regierungsmantra über Steuersenkungen ein Ausmaß an Dilettantismus und unverfrorener Klientelpolitk, das fassungslos macht. So erweisen sich die Akteure der christliberalen Regierung inzwischen in einem Maße als unseriös, das selbst gelernte Zyniker erschüttert.

Wenn nichts Außerordentliches mehr geschieht, wird Angela Merkel der Union dasselbe antun, was Gerhard Schröder mit der SPD veranstaltet hat. Und wenn man bedenkt, daß der Hauptteil der Unionswähler aus der Traditionskompanie Ü60 besteht und bei Jungwählern nur noch in homöopathischen Dosierungen anzutreffen ist, sehen schon die mittelfristigen Perspektiven höchst unerfreulich aus.

Die Vorgänge in Land und Kommune stimmen ebenfalls nicht froh. Hier wie dort geht Partei- bzw. Koalitionsraison dem Wohl von Land und Stadt voraus. Daß von ihren Ämtern offensichtlich überforderte und der Öffentlichkeit nicht mehr vermittelbare Politiker wie van Dinther, Müller-Piepenkötter oder Sommer gehalten werden - et pereat mundus - ist selbst angesichts nahender Landtagswahlen genauso unverständlich wie der konsequent verweigerte Beitrag zur Aufklärung der Ereignisse um den Kölner Archiveinsturz.

Das Faß endgültig zum Überlaufen haben für mich die jüngsten Erklärungen des CDU-Fraktionschefs im Kölner Rat Winrich Granitzka gebracht, der bis zuletzt den schon lange unhaltbar gewordenen, u.a. für das Desaster um den U-Bahn-Bau politisch mitverantwortlichen KVB-Vorstand Reinarz stützte. Auch hier geht erkennbar Parteiraison vor Aufklärung, Transparenz und mutiger Übernahme von Verantwortung. Ein Jahr nach dem Archiveinsturz mit zwei Toten und unwiederbringlichen Verlusten für das Gedächtnis der Stadt scheint die Kölner Union noch immer nicht begriffen zu haben, was Gebot der Stunde ist.


Ich bitte um schriftliche Bestätigung der Beendigung meiner Parteimitgliedschaft.


Hochachtungsvoll



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Donnerstag, 4. März 2010

Immerhin 13 Jahre fliegt ein Schwede Passagierflugzeuge, ohne dafür eine Ausbildung, geschweige denn eine Fluglizenz zu haben.

Ein Hoch auf unsere eng gestrickten Sicherheitsmaßnahmen zur Terrorabwehr. Da können wir uns jederzeit sowas von sicher fühlen.



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