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Montag, 13. März 2006
Wahlfreiheit und Zensur
maternus, 23:13h

Andy Singer
Und China hier nur mal stellvertretend genommen. Nicht nur Lanu fragt
sich (bzw sagt es) mittlerweile, ob Google nicht unterwegs zur Weltherrschaft ist. Da ist es doch geradezu beruhigend, daß Google mit Yahoo eine veritable Schnüffelkonkurrenz besitzt.
Naja, man muß allerdings die "Angebote" diverser Datenverwalter genausowenig nutzen wie man wildfremden Leuten seinen Schlüsselbund in die Hand drückt, nicht wahr?
Sonntag, 12. März 2006
Lastwagen
maternus, 23:29h
Christiansen mal wieder. U.a. mit der Gewerkschaftssirene Engelen-Kefer. Nur deswegen nicht gleich wieder weggeschaltet, weil auch F.J. Antwerpes auftritt. Der Mann hat bekanntlich allergrößten Unterhaltungswert: Mit Blick auf die (korrupte) Kölner Verwaltung meinte er mal "Da gibt es Arschlöcher, die sind so groß, da könnense mit dem Lastwagen durchfahren!". Und dann, ein paar Tage später "Ich entschuldige mich bei allen, die sich angesprochen fühlen." Aber ach, das alte Feuer brennt nicht mehr so hell in ihm wie ehedem. Ziemlich lahm heute, der Mann. Und die Gewerkschaftssirene ist ganz außerordentlich nervtötend, fast so schlimm wie die C.
Ausgeschaltet.
Ausgeschaltet.
Dienstleistung auf Kölsch
maternus, 18:55h
Gestern abend im Brauhaus. Ein Tisch mit offensichtlich ortsfremden Gästen. Der Köbes kommt und nimmt die Bestellungen von Getränken und auch gleich das Essen auf. Eine Frau möchte etwas anderes als Kölsch.
Frau: Für mich bitte Sekt.
Köbes: Aha. Dazu auch Austern gefällig?
Frau (erfreut): Oh ja, das nehme ich!

Kein Sekt
Der Köbes verschwindet, taucht nach einer Weile wieder auf und versorgt alle Gäste mit frischem Kölsch, nur die besagte Frau nicht. So geht das auch, als er das bestellte Essen bringt, alle werden versorgt, nur die Frau bekommt nichts.
Frau: Sagensiemal, ich warte jetzt schon 20 Minuten auf meine Austern und den Sekt!
Köbes (todernst): Tut mir leid, Austern und Sekt sind aus.
Frau: Für mich bitte Sekt.
Köbes: Aha. Dazu auch Austern gefällig?
Frau (erfreut): Oh ja, das nehme ich!

Kein Sekt
Der Köbes verschwindet, taucht nach einer Weile wieder auf und versorgt alle Gäste mit frischem Kölsch, nur die besagte Frau nicht. So geht das auch, als er das bestellte Essen bringt, alle werden versorgt, nur die Frau bekommt nichts.
Frau: Sagensiemal, ich warte jetzt schon 20 Minuten auf meine Austern und den Sekt!
Köbes (todernst): Tut mir leid, Austern und Sekt sind aus.
Das Geschäft mit der Angst
maternus, 03:34h
"Er erklärte, dass das Seminar “deutschfeindlich” sei, weil Deutsche nur weiß sein könnten."
tagesschau.de
Irgendwo zwischen Faszination und Ekel gefangen sein bei der Betrachtung des kontinuierlich wachsenden Haufens Scheiße.
(Via Semmel)
tagesschau.de
Irgendwo zwischen Faszination und Ekel gefangen sein bei der Betrachtung des kontinuierlich wachsenden Haufens Scheiße.
(Via Semmel)
Freitag, 10. März 2006
Humanismus
maternus, 14:58h
Jochen schreibt "Dante" statt "Daten" und ich lese das Wort "angenommen" jedesmal als "agamemnon".
Interessant, wie sich ein altsprachliches Abitur noch Jahrzehnte später bemerkbar macht.
Interessant, wie sich ein altsprachliches Abitur noch Jahrzehnte später bemerkbar macht.
Steinchen für Steinchen
maternus, 12:14h
Der Herr gorillaschnitzel bietet nebenan die legoeske Umsetzung des bekannten M.C. Escher-Motivs und ich erinnere mich:
Als Kind träumte ich immer davon, irgendwann einmal ein 1:100-Modell vom Kölner Dom zu bauen (offensichtlich hatte ich von klein auf eine gewisse Affinität zum Sakralen), ich malte mir aus, zu diesem Zweck ein ganzes Zimmer bereitzustellen, das nur dem architektonischen Projekt dienen sollte. Ich überlegte, welche Farbe die Plastikkirche haben sollte und beschloß, rote Steinchen zu nehmen (jaja, schon gut, ich war klein und es waren die 70er). Allerdings konnte ich meine nähere und weitere Verwandtschaft nicht davon überzeugen, sich mäzenatenhaft an meinem Kulturvorhaben zu beteiligen, obwohl die zur Verwirklichung meines kühnen Unternehmens benötigte Menge an Legosteinen astronomisch war. So mußte ich also das Große Vorhaben ein ums andere Jahr verschieben und verstaute es schlußendlich unter der Grabplatte "wenn du mal erwachsen & stinkreich bist".
Zumindest ersteres ist mir zweifellos gelungen, letzteres liegt im Auge des Betrachters (hm, womöglich ersteres zuweilen auch), aber ein auskömmliches Dasein kann ich mit meinen Schreibereien durchaus bestreiten. Warum aber keine knallrote Replik der Hohen Domkirche im Haus oder wenigstens im Garten zu sehen ist, verdankt sich einem Besuch in Wien. Vor bald 20 Jahren weilte ich dortselbst, officialiter zwecks Vollendung meiner Diplomarbeit und damit in Zusammenhang stehender Bibliotheksbesuche. Ja, liebe Kinder, damals ging man noch zum Buch oder holte es sich via zeitraubender Fernleihe persönlich ins Haus. Zwischendurch veranstalteten treusorgende Freunde ein bisserl Kulturprogramm und schleiften mich durch das an Sehenswürdigkeiten nicht gerade arme Wien. Schließlich wurde ich, mich von Süden dem Stephansdom nähernd, eines Info/Lotto/Verkaufsstandes gewahr (vergessen, wozu er genau diente). Und was soll ich sagen: da stand ein zweiter Stephansdom, ein kleiner, akkurat & detailgetreu aus Legosteinen errichtet. Und nicht nur in 1 Farbe, neinein, ganz originalgetreu bis hin zur eigenwilligen Bemusterung der Dachschindeln. Ich begriff, daß ich nichts als ein epigonaler Eklektiker mehr hätte sein können. Ich begrub alle meine hochfliegenden Pläne noch zur Stunde.
Deshalb gibt's auch kein Photo. Vom Kölner Dom.
Als Kind träumte ich immer davon, irgendwann einmal ein 1:100-Modell vom Kölner Dom zu bauen (offensichtlich hatte ich von klein auf eine gewisse Affinität zum Sakralen), ich malte mir aus, zu diesem Zweck ein ganzes Zimmer bereitzustellen, das nur dem architektonischen Projekt dienen sollte. Ich überlegte, welche Farbe die Plastikkirche haben sollte und beschloß, rote Steinchen zu nehmen (jaja, schon gut, ich war klein und es waren die 70er). Allerdings konnte ich meine nähere und weitere Verwandtschaft nicht davon überzeugen, sich mäzenatenhaft an meinem Kulturvorhaben zu beteiligen, obwohl die zur Verwirklichung meines kühnen Unternehmens benötigte Menge an Legosteinen astronomisch war. So mußte ich also das Große Vorhaben ein ums andere Jahr verschieben und verstaute es schlußendlich unter der Grabplatte "wenn du mal erwachsen & stinkreich bist".
Zumindest ersteres ist mir zweifellos gelungen, letzteres liegt im Auge des Betrachters (hm, womöglich ersteres zuweilen auch), aber ein auskömmliches Dasein kann ich mit meinen Schreibereien durchaus bestreiten. Warum aber keine knallrote Replik der Hohen Domkirche im Haus oder wenigstens im Garten zu sehen ist, verdankt sich einem Besuch in Wien. Vor bald 20 Jahren weilte ich dortselbst, officialiter zwecks Vollendung meiner Diplomarbeit und damit in Zusammenhang stehender Bibliotheksbesuche. Ja, liebe Kinder, damals ging man noch zum Buch oder holte es sich via zeitraubender Fernleihe persönlich ins Haus. Zwischendurch veranstalteten treusorgende Freunde ein bisserl Kulturprogramm und schleiften mich durch das an Sehenswürdigkeiten nicht gerade arme Wien. Schließlich wurde ich, mich von Süden dem Stephansdom nähernd, eines Info/Lotto/Verkaufsstandes gewahr (vergessen, wozu er genau diente). Und was soll ich sagen: da stand ein zweiter Stephansdom, ein kleiner, akkurat & detailgetreu aus Legosteinen errichtet. Und nicht nur in 1 Farbe, neinein, ganz originalgetreu bis hin zur eigenwilligen Bemusterung der Dachschindeln. Ich begriff, daß ich nichts als ein epigonaler Eklektiker mehr hätte sein können. Ich begrub alle meine hochfliegenden Pläne noch zur Stunde.
Deshalb gibt's auch kein Photo. Vom Kölner Dom.
Donnerstag, 9. März 2006
Räuber & Gendarm
maternus, 16:53h
Sehr lustige Geschichte: "Haltet den Dieb!" mit dem Blog, sogar noch in Südamerika. Woran es dann allerdings hapert, sind - wie üblich - die schnarchlangweiligen (Polizei-)Behörden hierzulande.
(Via lawblog)
(Via lawblog)
1:4 da capo
maternus, 05:19h
Haha, die Bayern müssen ohne Lederhosen heim nach München.
Danke, Mailand.
Danke, Mailand.
Mittwoch, 8. März 2006
Wenn die braune Gosse regiert
maternus, 19:44h
...können wir uns auf eine zumindest enggeführte Kulturpolitik einstellen. In "national befreiten Zonen" werden schon die ersten Fingerübungen gemacht. Semmel macht auf eine Meldung aus Neufünfland aufmerksam: Da scheint es in Halberstadt der örtlichen NPD mittlerweile zu gelingen, aus einer absoluten Minderheitenposition (oder haben die da schon die Mehrheit? Wohl kaum.) zu bestimmen, was in der Stadt geht und was nicht. Was nicht geht: Konstantin-Wecker-Konzerte oder Serdar Somuncus sehr sehenswertes Kabarettprogramm "Hitler Kebab". Die Braunbatzen mußten lediglich ihre "aktive Teilnahme" an diesen Veranstaltungen ankündigen und schwups! haben die verantwortlichen Demokraten den Schwanz eingekniffen.
Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, wozu es dort so etwas wie Polizei gibt. Und warum das braune Volk überhaupt noch bei Wahlen antritt. Wie man sieht, hat man auch als Partei in Sektengröße bereits genügend Einfluß. Man muß es nur wollen.
Wenn ich so etwas lese, frage ich mich, wozu es dort so etwas wie Polizei gibt. Und warum das braune Volk überhaupt noch bei Wahlen antritt. Wie man sieht, hat man auch als Partei in Sektengröße bereits genügend Einfluß. Man muß es nur wollen.
Zur Cebit
maternus, 19:10h
... fahr ich dieses Jahr nicht. Nachberichterstattung interessiert irgendwie niemanden mehr (was gar manchen Schluß auf "gutrecherchierte" Vorabbeiträge zuläßt). Überhaupt ist mir das in den letzten Jahren viel zu endverbaucherorientiert geworden, und jetzt mit der Hereinnahme der Unterhaltungselektronik wird das sicher nicht besser. Und um mir zum x-ten Mal etwas vom HDTV-Hype vorquasseln zu lassen, muß ich nicht nach Hannover.
Schon gar nicht, wenn so ein Sauwetter wie heuer herrscht.
Schon gar nicht, wenn so ein Sauwetter wie heuer herrscht.
Dienstag, 7. März 2006
Er kann's nicht lassen
maternus, 12:06h
Jetzt hat er es schon wieder getan. Unser aller Volkstribun Lafontaine steigt abermals auf die Kiste und schwadroniert munter drauflos. Mit Blick auf den Bundestag sprach er in einem rheinland-pfälzischen Kaff von der "Schweinebande", die sämtlich "alle in einen Sack gesteckt und geprügelt" gehöre. Naja, was man am Stammtisch nach dem siebten Bier eben so sagt. Nur, daß der Saar-Napoleon nicht im Suff, sondern mit aller Berechnung abermals zum rhetorischen Geisterfahrer wird. Das wäre eben die "Sprache des Volkes", versucht er sich nun zu verteidigen.

Herr L.
Nein danke, Herr L., das ist nicht das Volk, dem ich angehöre. Vielleicht tritt er demnächst mal in einer "national befreiten Zone" im Bierzelt auf. Dort wird ihm Beifall sicher sein, die entsprechende Rhetorik beherrscht er zur Perfektion.

Herr L.
Nein danke, Herr L., das ist nicht das Volk, dem ich angehöre. Vielleicht tritt er demnächst mal in einer "national befreiten Zone" im Bierzelt auf. Dort wird ihm Beifall sicher sein, die entsprechende Rhetorik beherrscht er zur Perfektion.
Montag, 6. März 2006
Eine Reise nach Indien
maternus, 13:44h
Atomwaffensperrvertrag? Drauf gepfiffen! Die IAEO? Wer soll das sein? Nukleartests? Immer her damit!
So ungefähr lautet die Lehre, die der geneigte Beobachter dem Besuch von G. W. Bush in Indien entnehmen kann. Nicht nur, daß der Präsident um ein paar wirtschaftlicher Vorteile willen mal eben die westliche Linie gegenüber dem Iran bzw. dessen Nuklearprogramm ins Lächerliche zieht, auch Nordkoreas roter Sonnenkönig darf sich ein weiteres Mal bestätigt fühlen: Frechheit siegt, und an die Regeln halten sich nur die Dummen.
Der Gipfel der Verlogenheit wird dann in Pakistan erklommen, wenn Bush dem dortigen Machthaber Musharraf "mehr Demokratie" ans Herz legt. Herrschte in Pakistan eine tatsächliche Demokratie, dann würden auch hier die Islamisten haushoch die Wahlen gewinnen und fünf Minuten später hätten wir sie dann, die islamische Bombe.
Moralinsaure Politiker an sich sind ja schon eine Zumutung, wenn sie ihr manichäisches Weltbild zur Grundlage von Entscheidungen machen. Aber vollends unerträglich sind frömmlerische Heuchler, die sich in Wirklichkeit einen Deibel um ihr Geschwätz von gestern kümmern und mit ihrem Delettantismus die Welt noch ein Stück unsicherer zu machen helfen.
So ungefähr lautet die Lehre, die der geneigte Beobachter dem Besuch von G. W. Bush in Indien entnehmen kann. Nicht nur, daß der Präsident um ein paar wirtschaftlicher Vorteile willen mal eben die westliche Linie gegenüber dem Iran bzw. dessen Nuklearprogramm ins Lächerliche zieht, auch Nordkoreas roter Sonnenkönig darf sich ein weiteres Mal bestätigt fühlen: Frechheit siegt, und an die Regeln halten sich nur die Dummen.
Der Gipfel der Verlogenheit wird dann in Pakistan erklommen, wenn Bush dem dortigen Machthaber Musharraf "mehr Demokratie" ans Herz legt. Herrschte in Pakistan eine tatsächliche Demokratie, dann würden auch hier die Islamisten haushoch die Wahlen gewinnen und fünf Minuten später hätten wir sie dann, die islamische Bombe.
Moralinsaure Politiker an sich sind ja schon eine Zumutung, wenn sie ihr manichäisches Weltbild zur Grundlage von Entscheidungen machen. Aber vollends unerträglich sind frömmlerische Heuchler, die sich in Wirklichkeit einen Deibel um ihr Geschwätz von gestern kümmern und mit ihrem Delettantismus die Welt noch ein Stück unsicherer zu machen helfen.
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