Und überhaupt, Halloween. Da hat die Kommerzmaschine hervorragend funktioniert, alljährlich zu noch einem Termin überflüssigen Tand in die schafsblöde Masse zu drücken, die den Anlaß außerdem freudig nutzt, sich zu besaufen und unter Hinterlassung von Bierflaschenscherben und Kotze ein würdiges Zeugnis westlicher Lebensart hinterläßt. Draußen trifft man jetzt schon kleine und gar nicht mehr so kleine Terroristen, die mit dem "Süßes oder Saures!"-Ruf und wildem Sturmgeklingel an den Haustüren die Nachbarschaft erschrecken, denn bei unbotmäßiger Knauserigkeit drohen rohe Eier an der Hauswand oder schlimmeres.
Ist das wirklich erst ein paar Jahre her, daß Kinder zu St. Martin unter Absingen von "Laterne, Laterne" harmlos durch die Straßen zogen?
Die Verkleidung zum Tage, garantiert gruselig: Mark Zuckerberg als Halloween-Maske. Da bleibt das schleimige Krakenkostüm im Schrank.
Man nennt es auch iRrsinn.
Wie schön, daß die Union die Sache gleich selbst in die Hand nimmt und tatkräftig beweist, daß das Internet ein rechtsfreier Raum ist.



La Pescheria. Fischmarkt in Catania. Auch so ein Grund, warum ich nie zum Vegetarier werden könnte...

(Raid dell'Etna, Catania, 29.09.2011)
Steve Jobs ist tot und sofort läuft die Heiligsprechung seiner in der Apple-Kirche organisierten Jünger an, freudig von den Medien befeuert. Als "Weltverbesserer" wird er da bezeichnet, der uns mit seinen Geräten beschenkt und das Leben erleichtert habe.
Daß die Jüngergemeinde dafür tief ins Portemonnaie fassen mußte (tiefer, als es Ausstattung oder Qualität je gerechtfertigt hätten), ist die eine Sache. Die andere, daß der angeblich weltverbessernde Konzern bislang keinen Cent für wohltätige Zwecke hat springen lassen. Andere Unternehmen spenden jedes Jahr zweistellige Millionenbeträge an gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen. Der vielgeschmähte Bill Gates z.B. ist dabei, nach und nach sein riesiges Vermögen in eine wohltätige Stiftung umzuschichten.
Und von Steve Jobs? Nichts.
Jede Kirche hat den Heiligen, den sie verdient.
Das nenne ich doch mal Leben in vertauschten Rollen: In Deutschland herrscht seit letzter Woche strahlender Spätsommer, während ich in Palermo sitze und seit Tagen grauen Himmel und Dauerregen genieße.
Immerhin wird es nachts nicht kalt.
