Kriege sind niemals heilig. Höchstens der Frieden.
Heute im Schaufenster Mikrowelle gesehen, Produktname "Alaska".
Wer bin ich, die Weisheit der Marketing-Fritzen in Frage zu stellen? Trotzdem fände ich "Sahara" angemessener...
Wahrscheinlich heißen bei denen so die Kühlschränke.
Welch ein Wetter!
Seit Wochen komme ich nicht dazu, den Garten zu wässern...
Auch wenn die letzten drei Wochen - im Unterschied zum Juli - nicht gerade ein Beleg für die Klimaerwärmung zu sein scheinen, gibt es trotzdem Hinweise. Seit einigen Jahren lebt in Köln eine mehrere Dutzend Exemplare umfassende Kolonie von Alexandersittichen, und zwar das ganze Jahr im Freien. Hier vertilgen sie gemeinsam Früchte und Getreide und versammeln sich abends unter großem Geschrei auf ihren Schlafbäumen. Die Kölner Gruppe hatte sich dafür über längere Zeit ausgerechnet gegenüber einem Altenheim in der Innenstadt niedergelassen, der infernalische Krach ließ die Bewohner des Heims kein Auge zutun.
Die Kolonie ist nicht nur ortsfest, sie scheint sich auch zu vergrößern, sodaß die ersten Tiere ins Umland abwandern. Heute morgen hab ich im Garten, der zehn Kilometer vom Kölner Dom entfernt ist, den ersten Alexandersittich beim Vogelbeer-Frühstück gesehen:

Psittacula eupatria
Ursprünglich stammen die Tiere vom indischen Subkontinent und sollen von Alexandar dem Großen nach Europa mitgebracht worden sein.
Grass in der FAZ, Grass im Spiegel, Grass im Radio, Grass bei Wickert und nun ein weiteres Highlight der Grass-Festspielwochen: der Schnarchsender ZDF hängt sich heute abend an die allgemeine Hysterie an, mit "die Waffen-SS". Natürlich vom historischen Hausmetzger Guido Knopp, von wem sonst.
Demnächst vom Knopp: Hitlers Unterhosen.
Die waren ja auch braun.
Eine Viertelstunde Ruhm für jeden: der Verwirklichung dieses Gedankens rücken wir jeden Tag etwas näher. Der aktuelle Kulturbeauftragte heißt Wolfgang Schäuble, wenn er für den massiven Ausbau der Videoüberwachung eintritt.
Schön, wenn schon nicht die Bürgerrechte Schutz genießen, daß wenigstens die Kulturförderung ausgebaut wird.
Spannende Zeiten. Einige unserer hauptberuflich Vollzeitbetroffenen sind der Meinung, wir müßten "wegen unserer Vergangenheit" unbedingt Truppen in den Nahen Osten schicken. Zum Wiedergutmachen und so. Na gut, wir schämen uns und schicken Soldaten.
Aber gleich rufen uns andere das Gegenteil zu. Wegen unserer Vergangenheit. "Ein hoher [israelischer] General erklärte sogar, einen solchen Fall könne das israelische Volk angesichts der Geschichte nicht verkraften", berichtet tagesschau.de.
So. Können wir jetzt bitte mit dem Betroffenheitsgedusel aufhören und uns an den Interessen der wirklich betroffenen Menschen orientieren? Die Frieden wollen?
Ist es nicht lustig zu betrachten, wie sie sich jetzt allenthalben über den Ex-Waffen-SS-Mann Grass erregen, moralinsaure Besserwisser, die über einen moralinsauren Besserwisser zu Gericht sitzen? Eitles Gekläff derer, die sonst nur in der Wochenendbeilage der Regionalzeitung existieren und ihre Flatulenzen jetzt - wenn auch nur kurzfristig - endlich bundesweit absetzen dürfen.
