Montag, 24. April 2006
Kleingedrucktes zu klein
Die Jungs mit der Mütze mal wieder. Diesmal haben sie mit völlig undurchschaubaren Handytarifen versucht, neue Kunden zu werben. "Undurchschaubar" darf hier wörtlich verstanden werden. Das Kleingedruckte in zwei Reklamebroschüren war nämlich viel zu klein. Fand jedenfalls das Landgericht Bonn und verurteilte den Rosa Riesen, künftig lesbar kleinzudrucken, ansonsten werden 250.000 € Strafe fällig (AZ: LG Bonn 11 O 9/06).

Sachen gibt's...

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Samstag, 22. April 2006
Wetterleuchten
Als ich noch klein war, war die Welt voll der erstaunlichsten Dinge, deren Unerklärbarkeit ihren Reiz beträchtlich erhöhte. So z.B. die Figuren, die das Wetter vorhersagen konnten. Dabei handelte es sich vornehmlich um extrem kitschige Darstellungen von Hunden, Schafen, Sennerinnen, Gondolieri, Petersdömen (das Angebot schwankte nach lokalen Bezügen), deren leicht glitzernde Oberfläche sich bläulich verfärbte, wenn demnächst Regen drohte. Hingegen kündete eine rosige Färbung von der beruhigenden Aussicht auf weiteren Sonnenschein. Endgültig verloren diese sehenden Steine ihre Attraktion für mich, als mir das Prinzip der luftfeuchteabhängigen Verfärbung bekannt wurde.



Aber Kinderträume kehren wieder, und zwar als Erweiterung für den Nerd, der bisher schon lieber die Wetterseite im Internet besuchte, um das aktuelle Wetter zu erfahren, anstatt einfach aus dem Fenster zu schauen: Jetzt gibt es Regenschirme, deren Griff sich je nach Regenwahrscheinlichkeit mehr oder weder intensiv blau färbt. Die Infos holt sich der Schirm via Funknetzwerk aus dem Internet.


[Via]

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Freitag, 21. April 2006
Gedenktage
Der Frühling könnte so schön sein, wenn manche Mensche nicht wären. Tumbe Nazis schlagen einen Schwarzen fast tot und der Rollstuhlfahrer im Innenministerium faselt, es sei "voreilig", auf Rassismus zu schließen (alles klar, ich begrüße meinen Dorfpfarrer auch immer mit "ich mach dich platt, Nigger!"); in Usaland avanciert der 20. April in den Augen mancher Wirrköpfe gleich in mehrfacher Hinsicht zum Gedenktag: nicht nur Schicklgrubers Geburtstag wird begangen, auch das Massaker an der Columbine High School 1999 inspiriert Nachahmer. Gestern wäre es um ein Haar erneut zu einer solchen Aktion gekommen.

Trotzdem – oder gerade deshalb – lasse ich es mir nicht nehmen, mich am Garten zu erfreuen. Ich denke gar nicht daran. Er blüht so schön.


Ribes sanguineum

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Die Welt zu Gast bei Freunden
Ja, liebe Freunde, die Welt da draußen guckt auch fern und liest Zeitung. Und drum:
"Aus Angst vor rassistischen Übergriffen stornierte unterdessen eine nigerianische Regierungsdelegation ihre Zimmer in einem Potsdamer Hotel. Nach Informationen des Hotels hätten sie als Begründung Angst vor rassistischen Übergriffen angegeben. Die Delegation wollte an einer einwöchigen Tagung der Industrie- und Handelskammer in Potsdam teilnehmen."
Nicht nur, daß gastgebende Mannschaften nach den neuen Fifa-Regeln demnächst Punktabzüge kassieren, wenn die eigene Klientel zu munter über die rassistischen Stränge schlägt; das Nazigeschmeiß verschreckt überdies potentielle Investoren aus dem Ausland.

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Donnerstag, 20. April 2006
Alter, das, n; Zustand, in dem man anderen Menschen
moralische Verfehlungen deshalb vorhält, da man sie
selbst nicht mehr begehen kann.

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Mittwoch, 19. April 2006
Kackbratzen-Jagd
Das Nazi-Pack, das so gerne von Stolz und Ehre daherfaselt, benimmt sich mal wieder nach Art gemeiner Straßenräuber und Totschläger. Der Deutsch-Äthiopier liegt nach dem Überfall in Potsdam vom Sonntagmorgen noch immer im künstlichen Koma.

Die Schläger werden gesucht und gefunden werden.

Hilfe zur Identifikation:

http://www.internetwache.de/fm/141/PotsdamOb.wav (1,7 MB)


Das wird noch viel Arbeit, bis das was wird mit dem "Die Welt zu Gast bei Freunden".

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Zwangsreklame
Schöne neue Welt, wieder rückst du ein Stück näher. Die Technikfritzen von Philipps haben ein feature zum Patent angemeldet, das verhindert, während eines Werbeblock den Kanal zu wechseln oder bei aufgenommenen Sendungen die Werbeblöcke durch Vorspulen zu überspringen.

Und wenn ich nur Pinkelpause machen will, gibt's was mit dem Elektroschocker, hm?

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Dienstag, 18. April 2006
Reumütig
Na sieh mal an. Die selbsternannten Blogwatcher der Agentur Johannsen und Kretschmer klauen beim Don Alphonso ein Bild, veranstalten dann ein vollumfängliches PR-Desaster, bekommen vom Don A. eine Rechnung, deren Betrag sie, wie es aussieht, nun auch zu entrichten bereit sind.

Das hätten sie wirklich billiger haben können, und damit meine ich nicht die vergleichsweise milden 250 € des alphonsinischen Strafzolls.

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Montag, 17. April 2006
Soldatentum und Uniformfetisch – eine naheliegende Paarung, wenn der Kalauer erlaubt ist und längst nicht nur ein Klischee, wie mancher nun meinen mag. Beim einen oder anderen Uniformträger währt diese Liebe sogar bis über den Tod hinaus und ins Grab hinein. Aktueller Fall ist der wackere Jörg Schönbohm, seines Zeichens brandenburgischer Innenminister und General a.D. Im RBB teilte er mit, er wolle sich "als Soldat beisetzen lassen". Und die Soldatengattin S. verriet, ihr Jörg habe seine letzte Uniform von 1992 aufgehoben und die "hängt bei uns im Schrank."

Gozeidank ist ja bei Protestantens der Sarg zu, sodaß der Anblick eines in eine zu enge Uniform gezwängten Generals erspart bleibt, selbst volles Ordensblech könnte die Würde der Respektsperson wohl kaum wieder vollends herstellen.

Dennoch ein verständnisvoller Gruß ins ferne Preußen aus Köln, einer Stadt, die mit fetisch-affinen Gruppierungen ja so ihre eigenen Erfahrungen hat.





[Via]

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